Chicago - Die Tuberkulose ist trotz weltweiter Anstrengungen zur Eindämmung der Erkrankung weiter auf dem Vormarsch. Wie die Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association" in ihrer jüngsten Ausgabe unter Berufung auf Studien berichtet, ist das Ziel von Gesundheitsexperten gefährdet, TB-Erkankungen binnen zehn Jahren weltweit drastisch zu senken.

Trotz sinkender Erkrankungsraten in einigen entwickelten Ländern erkrankten weltweit jährlich immer noch mehr als acht Millionen Menschen an Tuberkulose. Dies sind etwas mehr als noch 1991. Etwa zwei Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen der Krankheit, wie die Zeitschrift berichtet. Die meisten Todesfälle gibt es demnach in Asien und Afrika. Die Zahl der TB-Kranken steigt Untersuchungen zufolge jährlich weltweit um etwa ein Prozent.

Aids als Hauptgrund in Afrika

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird weniger als die Hälfte der Patienten von den Gesundheitsdiensten gefunden und hat Zugang zu einer kontrollierten und standardisierten TB-Behandlung mit lebensrettenden Antibiotika. In Afrika ist der Hauptgrund für die Ausbreitung der TB die Immunschwäche Aids. In vielen afrikanischen Ländern sind bis zu drei Viertel aller TB-Patienten auch HIV-positiv. Ihr Immunsystem ist zu schwach, um die Bakterien in Schach zu halten.

Tuberkulose ist eine von einem Bakterium (Mycobacterium tuberculosis) hervorgerufene Infektionskrankheit. Unbehandelt führt sie in mehr als der Hälfte der Fälle in weniger als zwei Jahren zum Tod. In Deutschland lag die Zahl der Neuerkrankungen im Jahr 2004 bei 6.583; zehn Jahre zuvor waren es noch rund doppelt so viele. Die Übertragung des Erregers, der 1882 von dem deutschen Bakteriologen Robert Koch entdeckt worden war, erfolgt über Tröpfcheninfektion. (APA/AP)