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Foto: AP/THOMAS KIENZLE
Wien – Klein und billig, aber auch schnell futsch und dann teuer – 130 Jahre nach der ersten Tonübertragung haben sich die drahtlosen Nachfolgemodelle von Graham Bells bahnbrechender Erfindung zum beliebten Diebesobjekt gemausert: im Vorjahr wurden in Österreich 26.379 Mobiltelefone als gestohlen gemeldet, um zehn Prozent mehr als 2003. Bereits alle zwanzig Minuten wechselt ein Handy unrechtmäßig die Besitzer, warnte Dienstag das Institut für technische Sicherheit.

Wenig Chancen

Die Chance, ein gestohlenes Handy wieder zu bekommen, ist verschwindend gering. Nach Angaben des Innenministeriums werden nur knapp fünf Prozent aller Diebstähle aufgeklärt. Am ehesten gelingt das, wenn sich der unfreiwillige Deal unter Jugendlichen abspielt: So kommt es, dass jeder dritte überführte Handydieb zwischen 14 und 18 Jahre alt ist. Bei ausgeforschten Räubern, die ihren Opfern unter Drohungen die Geräte abnehmen, beträgt der Anteil der Young Generation mehr als 50 Prozent.

„Jugendliche stehlen Handys hauptsächlich, um auf fremde Kosten zu telefonieren“, erklärte Institutsleiter Bernhard Noll. Bei anderen Tätern stehe durchaus der kommerzielle Weiterverkauf im Vordergrund. Noll: „Nicht selten werden die Geräte auch für Planung anderer Verbrechen genutzt“.

Sofort anzeigen

Das Sperren einer SIM-Karte ist oft nur dann kostenlos, wenn eine Diebstahlsanzeige vorgelegt wird, die Grundgebühr ist aber auf jeden Fall bis zum Vertragsende zu bezahlen. Bei Diebstahl immer sofort Anzeige erstatten, lautet Nolls Empfehlung. Wichtig dabei ist die 15-stellige IMEINummer. Nur anhand dieser (auf dem Akku und der Originalverpackung angebrachten oder mit *#06# abrufbaren) Nummer lässt sich ein Handy zweifelsfrei identifizieren. Die IMEI-Nummer wird zentral gespeichert und kann europaweit überprüft werden. (simo, DER STANDARD Printausgabe, 08.06.2005)