Wien - Die österreichische Historikerin Erika Weinzierl, die am Montag 80 Jahre alt wurde , wird dieser Tage mehrfach gefeiert und geehrt. Am Mittwoch wird ihr etwa am Abend die Ehrenmitgliedschaft der Theodor-Kramer-Gesellschaft verliehen. Und am Montag hat die Stadt Wien zu Ehren der Historikerin im Wien-Museum eine Festveranstaltung gegeben.

Die "unbequeme Wissenschafterin" (so SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny) kritisierte in deren Rahmen die Aussagen der BZÖ-Bundesräte John Gudenus und Siegfried Kampl sowie des Kärntner Landtagspräsidenten Jörg Freunschlag. "Es gibt immer wieder Ausrutscher, bei denen man sich entsetzt fragt, sind das nur einzelne, und wie viele sind es", so Weinzierl. Die Jubilarin fragte zugleich, warum derartige Äußerungen in der Öffentlichkeit keinen Sturm der Entrüstung ausgelöst haben.

"Aber noch habe ich eine Stimme und sage ihnen, dass ist nicht die Meinung der Mehrheit der Österreicher. Doch viele lassen Derartiges einfach geschehen", so Weinzierl. Sie glaube an dieses Österreich. Nicht zuletzt das Engagement ihrer StudentInnen würden ihr Hoffnung geben. (DER STANDARD, Printausgabe 08.06.2005)