Wien - Kritik an der Familienpolitik im SPÖ-regierten Wien haben am Mittwoch Sozialministerin Ursula Haubner (B) sowie die stellvertretende BZÖ-Vorsitzende und Wiener Gemeinderätin Heike Trammer geübt. "Ich sehe Wien als Schlusslicht", so Haubner in einer Pressekonferenz. Trammer bezeichnete Wien als "familienfeindlichstes Bundesland" und forderte einmal mehr ein Familienförderungsgesetz.

Kinderbetreuungsgeld

In vielen anderen Bundesländern seien die Signale der Bundesregierung zur Förderung und Unterstützung der Familien verstanden worden. In Wien herrsche da eine andere Einstellung, konstatierte Haubner. Sie verwies darauf, dass der Bund neun Prozent des Budgets für Familienleistungen aufbringe, Wien aber nur knapp vier Prozent. Im Gegensatz zu Oberösterreich gebe Wien auch nicht jene vier Mio. Euro an die Familien weiter, die sich das Land erspare, weil der Bund das Kinderbetreuungsgeld auch für die Landesbediensteten bezahle.

"Es verstärkt sich der Eindruck, dass in Wien Familien eine nicht sehr hohe Unterstützung entgegengebracht wird", so die Ministerin: "Aus meiner Sicht gibt es Handlungsbedarf, damit in Wien die Familien nicht Familien zweiter Klasse werden." Sie kündigte eine Befragung bei Wiener Familien an, um deren Bedürfnisse zu erhaben. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da so große Unterschiede gibt zu anderen Bundesländern", sagte die Ministerin.

Trammer: "Niederösterreich gebe für den Familienbereich 8 Mio. Euro aus, Kärnten 6,6 Mio. Euro, Wien aber nur 4,9 Mio. Euro.

Heftige Kritik übte Trammer an der für den Familienbereich zuständigen Stadträtin und Vizebürgermeisterin Grete Laska (S), die dafür gesorgt habe, dass ein BZÖ-Antrag für ein Familienförderungsgesetz in ihrem Ausschuss erst gar nicht behandelt worden sei.(APA)