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Kirsten Dene

Foto: APA/ GUENTER R. ARTINGER
Wien - Kammerschauspielerin Kirsten Dene und Regisseur Thomas Langhoff erhielten am Mittwoch das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" im Rathaus überreicht. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) würdigte Dene als eine der "wandlungsfähigsten und faszinierendsten" Schauspielerinnen, Thomas Langhoff als einen der "nachhaltigsten und politischsten" Regisseure. Die Laudatio für Dene hielt der ehemalige Burgtheater-Dramaturg Hermann Beil, jene für Langhoff Burgtheater-Direktor Klaus Bachler.

Laudatios

Hermann Beil betonte in seiner Rede Denes hohe Schauspielkunst: "Kirsten Dene ist buchstäblich im Theater zu Hause, dort zieht sie ihre magischen Kreise. Sie betritt die Bühne und plötzlich wird alles ganz anders. Kirsten Dene ist nie Komplizin des Zuschauers, immer ist sie Komplizin der Rolle. Inspiriert von ihrem Gesicht, ihrer Stimme schrieben Thomas Bernhard, Peter Turrini und Christoph Ransmayr ihre Stücke."

Klaus Bachler bezeichnete Thomas Langhoff als "Wegebauer: Der wichtigste Weg, den Langhoff gebaut habe, war der zwischen Ost und West, zwischen zwei Gesellschafts- und Kunstsystemen." Er habe in beiden Teilen Deutschlands erfolgreich gearbeitet.

Thomas Langhoff bedankte sich auch im Namen Kirsten Denes bei der Stadt für die erhaltene Auszeichnung: Er liebe Wien und fühle sich dieser Stadt sehr verbunden. Er betrachte die Auszeichnung als Ansporn für Künftiges, meinte er in Anspielung auf seine morgen beginnende Probenarbeit im Akademietheater für das Stück "Der Bus. Das Zeug einer Heiligen" von Lukas Bärfuss (Premiere im Oktober).

Kirsten Dene

Kirsten Dene wurde 1943 in Hamburg geboren, und war u. a. am Württembergischen Staatstheater Stuttgart engagiert. 1979 wechselte sie mit Claus Peymann an das Theater Bochum, wo sie u. a. die Titelrolle in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" und die Thusnelda in Peymanns legendärer Inszenierung von Kleists "Hermannschlacht" verkörperte. 1985 erarbeitete sie zusammen mit Peymann Thomas Bernhards "Die Theatermacher" für die Salzburger Festspiele; 1986 ebenfalls für Salzburg und auch mit Peymann Bernhards "Ritter Dene Voss" - ein grandioser Erfolg.

1986 ging Dene mit Peymann ans Wiener Burgtheater. Für die Darstellung der Hure Jasmine in Peter Turrinis "Alpenglühen" erhielt sie 1994 die Kainz-Medaille. Derzeit ist sie in Jelineks Bearbeitung von Oscar Wildes "Bunbury" und in "Mozartwerk Ges.m.b.H." von Franz Wittenbrink zu sehen.

Thomas Langhoff

Thomas Langhoff wurde 1938 in Zürich geboren. 1979 erfolgte die erste Theaterregie am Ostberliner Maxim-Gorki-Theater. Seit 1980 zeichnete Langhoff für Gastinszenierungen in der Bundesrepublik verantwortlich, wo er schnell in die Riege der ersten Regisseure aufrückte, er arbeitete u. a. in Frankfurt, Wien, München und am Hamburger Thalia Theater

Bei den Salzburger Festspielen inszenierte er Schnitzlers "Der einsame Weg" (1987) und Grillparzers "Die Jüdin von Toledo" (1990). Sein Operndebüt gab er 1989 in Frankfurt mit Brittens "Sommernachtstraum". Im August 1991 übernahm Langhoff die Intendanz des Deutschen Theaters in Berlin (bis 2001). Erfolgreiche Gastinszenierungen in dieser Zeit hatte er u. a. bei den Wiener Festwochen, so mit Hofmannsthal "Der Turm" (1992) und Hebbels "Kriemhilds Rache" (1994). Für die Inszenierung des Hofmannsthal-Stückes erhielt er 1992 die Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien. (APA)