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Warten auf den ersten Sieg.

Foto: Reuters/Weihrauch
Frankfurt/Wien - Michael Schumacher hat im Familienurlaub neue Kraft getankt, Teamkollege Rubens Barrichello das nötige Selbstvertrauen für den ersten Ferrari-Sieg in diesem Jahr. "Mit ein bisschen Glück können wir gewinnen", sagte der Brasilianer vor dem Grand Prix von Kanada am Sonntag (19.00 Uhr/ORF 1, RTL und Premiere). "Sicher ist, dass wir alle unsere Zähne zusammenbeißen und bis zum Letzten kämpfen werden", kündigte Schumacher an. Ansonsten wollte er keine Prognosen abgeben. "Ich lasse es lieber, denn ich lag in letzter Zeit doch einige Male daneben."

Sieben Schumi-Siege in Montreal

Der 36-Jährige Deutsche hat bisher sieben Mal auf dem Kurs in Montreal und damit so oft wie kein anderer Pilot auf einer Strecke gewonnen. Allerdings kommt er auch mit einem Negativ-Rekord nach Montreal. Seit acht Rennen ist Ferrari ohne Sieg. Das hat es noch nie gegeben, seit Schumacher 1996 Gerhard Berger abgelöst hatte und zu Ferrari gekommen war. Zuletzt hat Schumacher und damit Ferrari im vergangenen Oktober im vorletzten Saisonlauf der WM 2004 in Japan gewonnen.

"Die Tests sind gut gelaufen"

Der siebenfache Weltmeister ließ sich während seines Urlaubs in Amerika ständig von den Ergebnissen der Ferrari-Testfahrten unterrichten. "Die Tests sind ziemlich gut gelaufen", sagte Kollege Barrichello nach den zahlreichen Runden in Silverstone. Dort kam auch die überarbeitete Aerodynamik auf den Prüfstand. Gelöst scheint allerdings noch immer nicht das Problem mit den Bridgestone-Reifen. "Wir kommen in der Entwicklung voran, aber ohne eine dauerhafte Lösung zu finden", sagte Barrichello der "La Gazzetta dello Sport".

Für die italienische Sportzeitung sind die beiden Rennen in Montreal und eine Woche später in Indianapolis die letzte Chance für Ferrari im WM-Kampf: "Hier kann die zarte Flamme der Hoffnung endgültig erlöschen." Mit 16 WM-Punkten liegt Schumacher nach sieben Rennen weit abgeschlagen hinter dem mit 59 Zählern führenden Spanier Fernando Alonso im Renault, der zudem als einziger Pilot heuer in allen Rennen gepunktet hat. "Ich mag den Kurs mit seinen tückischen Schikanen. Seit ich für Renault fahre, hatte ich dort immer gute Rennen", betonte Alonso vor dem achten Saisonlauf.

Theissen weist Williams-Kritik zurück

Während der Gesamt-Vierte Nick Heidfeld (25) nach seinen beiden zweiten Rängen in Monte Carlo und am Nürburgring auch in Montreal in Fahrt bleiben will, sorgt die Auseinandersetzung in der Führungsspitze des BMW-Williams-Teams weiter für Unruhe. So wies BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen die Kritik von Frank Williams an der Stimmung und Kooperation der beiden Partner im Rennstall zurück.

"Es gibt keinen Hauskrach. Wir arbeiten absolut professionell zusammen", sagte Theissen am Mittwoch der "Netzeitung". Williams hatte zuvor erklärt: "Unsere früheren Teams mit Honda oder Renault waren wesentlich kooperativer und erfolgreicher. Da gab es nicht diese ständigen Schuldzuweisungen." Aus Williams' Sicht sei das Geschäft in den 90er Jahren einfacher gewesen, entgegnete Theissen. (APA/dpa/Reuters)