Wien - Die Aktionäre des börsenotierten niederösterreichischen Sportwettenanbieters Admiral Sportwetten haben bei der heutigen Hauptversammlung den vom 10-Prozent-Aktionär und Rechtsanwalt Kurt Berger eingebrachten Antrag auf Sonderprüfung mit einer knapp 80-prozentigen Mehrheit wie erwartet abgelehnt. Berger will nun vor Gericht ziehen.

Der Antrag auf Sonderprüfung werde nun beim Landesgericht Wiener Neustadt eingebracht, sagte Bergers Sprecher Dieter Riedlinger am Donnerstag zur APA. Der 10-Prozent-Aktionär wirft der Konzernmutter Novomatic vor, Admiral wesentliche Umsatz- und Ertragspotenziale vorzuenthalten, der Wettanbieter - ein "Sanierungsfall" - schreibe daher noch immer Verluste. Admiral betreibe nur das Wettgeschäft selbst, die Glücksspielautomaten und die Gastronomie würden hingegen von anderen Novomatic-Gesellschaften betrieben, so der Vorwurf Bergers. Novomatic hält 74,64 Prozent an Admiral.

Landesgericht prüft

Das Landesgericht Wiener Neustadt muss nun entscheiden, ob Bergers Antrag auf Sonderprüfung gerechtfertigt ist. Berger will u.a. klären, ob es "Verdachtsmomente" dafür gibt, dass an Novomatic oder deren Töchter (besonders die HTM Hotel und Tourismus Management GmbH) Einlagen unzulässigerweise zurückgewährt worden seien. Weiters soll geprüft werden, ob in Wettfilialen, in denen Admiral Geschäfte betreibt, Glückspielautomaten aufgestellt sind, die "nicht dem Reglement für das so genannte kleine Glücksspiel entsprechen" und ob dadurch der Admiral wesentliche Umsätze und Erträge entgangen sind, heißt es in dem der APA vorliegenden Antrag.

Der Admiral-Vorstand selbst sieht keinen Anlass für die beantragte Sonderprüfung. "Aus unserer Sicht ist die Sonderprüfung abzulehnen, wir haben nichts zu verbergen", sagte Finanzvorstand Christian Reibenspiess zuletzt. Man stehe dem Aktionär Berger wie allen anderen Aktionären "für jede Information" zur Verfügung. Das Kerngeschäft der Admiral Sportwetten sei im übrigen das Wettgeschäft und nicht die Gastronomie oder das Glücksspiel. 2006 will der Vorstand das Unternehmen wieder in die Gewinnzone führen.

HV gab grünes Licht für Kapitalrahmen

Die Aktionäre haben in der HV dem Vorstand ein genehmigtes Kapital von 1,915 Mio. Euro eingeräumt. Dieser Kapitalrahmen kann innerhalb von 5 Jahren in einer oder mehreren Tranchen als Bar- oder Sachkapitalerhöhung ausgenützt werden. Ebenfalls zugestimmt haben die Aktionäre der Verlängerung eines Vorratsbeschlusses für ein Aktienrückkaufprogramm: Der Vorstand ist damit ermächtigt, Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals bis 15. Juni 2007 zurückzukaufen. (APA)