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Wien - Die Holz verarbeitende Industrie hat im vergangenen Jahr ihre Produktion um zehn Prozent gesteigert und um zwei Mrd. Euro mehr Waren ins Ausland geliefert als sie von dort bezogen hat, kann sich Erich Wiesner, Sprecher der österreichischen Holzindustrie, jetzt freuen. Die 1700 heimischen Holzindustriebetriebe erbringen ungefähr den gleichen Überschuss für die österreichische Leistungsbilanz wie die gesamte Tourismusindustrie.

Der größte Handelsbilanzüberschuss wird mit Ländern in der alten EU erzielt. Aber auch die Ausfuhren in die USA sind, trotz schwächelndem Dollar, stark gewachsen. "Nordamerika ist heute unser zweitgrößter Markt, vor fünf Jahren haben wir dorthin noch fast nichts geliefert", sagt Hans Michael Offner, Spitzenvertreter der Sägeindustrie im Fachverband. Die Säger haben im vergangenen Jahr um 670 Mio. Euro Nadelschnittholz nach Nordamerika exportiert, nach lediglich 410 Mio. Euro im Jahr davor. Aber auch die Exporte in asiatische Länder stiegen kräftig.

Insgesamt sind die Gesamtausfuhren der Industrie (Holzbau-, Möbel-, Platten- und Skiindustrie) um 4,3 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro gestiegen.

In den nächsten fünf Jahren wollen die Branchenexperten die Kooperation der Holzindustrie mit den Unternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette stärken. Weiters will man vor allem die kleinen Forstwirtschaftsbetriebe dazu animieren, mehr Holz zu liefern - und dies auch kontinuierlicher zu tun. "Jährlich wachsen in Österreich rund 30 Millionen Festmeter Holz nach, verwendet werden aber nur zwei Drittel davon", sagt Offner. "Das bedeutet, dass jährlich zwischen 300 und 500 Millionen Euro an möglicher Wertschöpfung nicht stattfinden können." Um ihre Industrieanlagen ausnutzen zu können, ist die Sägeindustrie derzeit darauf angewiesen, etwa ein Drittel ihrer Rohstoffe zu importieren. Die Holzindustrie versucht daher, kleineren Waldbesitzern bei der Holzernte unter die Arme zu greifen. (bach, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.6.2005)