Wien/Barcelona - Gleich fünf KTM-Piloten geben am Wochenende bei der Motorrad-WM in Barcelona in der 125er-Klasse Gas. Neben dem ungarischen Mugello-Sieger Gabor Talmacsi, Julian Simon (ESP) und Mika Kallio (trotz Knöchelverletzung) gehen in Spanien auch die beiden Junioren Michael Ranseder und Stefan Bradl dank Wild Cards für die Mattighofener an den Start.

Für Ranseder ist es nach Brünn und Valencia im Vorjahr der bereits dritte WM-Einsatz und vermutlich der schwierigste der vier für 2005 geplanten WM-Läufe. "Es sind sehr viele Spanier beim Heimrennen am Start und die mobilisieren zu Hause immer eine Extraportion an Stärke", so der 19-jährige Oberösterreicher. "Wenn ich einen guten Startplatz herausfahre, sind WM-Punkte aber möglich." Der erst 15-jährige Bayer Bradl will ausschließlich lernen. "In der deutschen Meisterschaft sind Michi und ich die stärksten Piloten und haben die besten Motorräder. Mal schau'n, wie es in der WM läuft."

In den übrigen Klassen wollen ebenfalls die Lokalmatadore die heimischen Fans entzücken. Während Dani Pedrosa in der 250er-Klasse dafür gute Karten hat, müsste Sete Gibernau in der MotoGP schon seinen ersten Saisonsieg dafür landen. Der am Saisonbeginn als erster Rossi-Herausforderer gehandelte Spanier liegt in der WM abgeschlagen nur auf Platz vier, 63 Punkte hinter dem überlegenen Italiener. Die Aussichten sind deprimierend. Während Gibernau in Montmelo noch nie gewonnen hat, hat Rossi hier bereits Siege in allen drei Klassen gefeiert.

Rossi geht mittlerweile als "echter" Doktor an den Start. Die Universität seiner Heimatstadt Urbino hat ihm den Titel eines Dr. hc für Kommunikation verliehen. Gut möglich, dass nach einem weiteren Sieg der fünfte WM-Titel in Folge für den "Dottore" nur noch akademisch ist. "Gibernau ist nicht mein Hauptrivale derzeit, Melandri und Biaggi sind viel näher dran", so Rossi. Der Spanier gab sich trotzig. "Ich weiß schon, dass die WM in immer weitere Ferne rückt. Aber ich werfe noch nicht das Handtuch." (APA)