Wien - Der Grüne Klubobmann-Stellvertreter Karl Öllinger hat BZÖ-Chef Jörg Haider vorgeworfen, die NS-Gräuel schon wieder relativieren zu wollen. Öllinger bezog sich auf das "ZIB 2"-Interview Haiders, in dem der Kärntner Landeshauptmann wörtlich erklärt hatte: ".. ich bin auch ein so genanntes Nazi-Kind, wo die Mutter Sühnearbeit hat leisten müssen und den Boden wischen hat müssen vor ehemaligen KZ-Häftlingen". Öllinger fordert Haider auf, dieses "unglaubliche Bild" des Vergleichs von straßenwaschenden Juden, die dem Hohn, Spott und der Verfolgung der Nazis ausgesetzt waren, mit seiner Mutter als angeblichem Opfer einer Naziverfolgung klarzustellen.

Auch die ÖVP sei aufgefordert, hier Stellung zu nehmen. Immerhin sei Haider ja von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) als "konstruktive Persönlichkeit" bezeichnet worden. Es stelle sich die Frage, ob die ÖVP mit diesem "konstruktiven" Geschichtsrevisionismus übereinstimme. "Hier wird eine Ähnlichkeit konstruiert zwischen dem, was Nazis Juden angetan haben, und einer angeblichen Sühnearbeit von Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg. Das ist fatal".

Für Öllinger ist diese Haltung Haiders aber "kein Zufall mehr". Man könnte natürlich auch dazu schweigen, weil sich Haider ja immer mehr ins Abseits begebe, mit seiner BZÖ immer schwächer werde und man nicht auf jede Äußerung des Kärntner Landeshauptmanns reagieren müsse. Allerdings könne es auch nicht sein, dass derartige Ungeheuerlichkeiten unwidersprochen blieben, so der Grüne Klubvize. (APA)