Wien - Boomt der Städtetourismus, haben auch die Taschendiebe Hochkonjunktur. Besonders zu Beginn der warmen Jahreszeit mehren sich die entsprechenden Delikte, warnte am Sonntag das Bundeskriminalamt (BK). Die Spitzenwerte des Vorjahres lagen im Mai und im Juni. 70 Prozent der Opfer waren Frauen.

Die Täter, großteils junge Männer, "arbeiten" wie Jäger. Sie spähen ihre Opfer aus, pirschen sich an sie heran, schlagen blitzschnell zu und verschwinden genauso schnell wieder mit ihrer Beute. Meist sind sie in Teams unterwegs, ihre bevorzugten Terrains sind Kaufhäuser, Bahnhöfe, Haltestellen oder belebte Einkaufsstraßen. Sie suchen laut BK das Menschengedränge, gibt es keines, verursachen sie das Gedränge selbst. Ein weiteres beliebtes "Jagdrevier" sind in den Sommermonaten die Bäder, wo oft Wertgegenstände unbeaufsichtigt zurückgelassen werden.

Vielfältiges Repertoire

Das Repertoire der Täter ist sehr vielfältig, weiß man im Bundeskriminalamt. Sie rempeln ihr Opfer an oder stolpern vor ihm. Ist das Opfer abgelenkt greift ihm ein Komplize in die Tasche. Manche Diebe rücken in überfüllten Verkehrsmitteln unangenehm nahe an einen Fahrgast heran, bis sich dieser abwendet und dabei seine Tasche zum Zugreifen anbietet. Kunden werden beobachtet, während sie von Bankomaten Geld beheben und "versehentlich" mit Eis oder ähnlichem beschmutzt. Der Beschmutzer hilft dann tatkräftig bei der Reinigung der Kleidung mit und verschwindet anschließend mit der Geldbörse des Opfers. Ein beliebtes Angriffsziel sind auch Hand- oder Einkaufstaschen in Einkaufswagen.

Auch wenn die Finessen der Täter noch so ausgeklügelt sind, ist ihnen mit einfachen Verhaltensmaßnahmen leicht beizukommen. So sollte man Gedränge aus dem Weg gehen. Lässt sich das nicht vermeiden, empfiehlt es sich, Handtaschen oder Rucksäcke verschlossen vor dem Körper zu halten oder fest unter den Arm zu klemmen. Geld, Kreditkarten und Papiere sollten voneinander getrennt möglichst dicht am Körper getragen werden. Als wirksamer Schutz haben sich Brustbeutel oder Geldgürtel erwiesen. Bei Einkäufen sollte die Geldböse auf keinen Fall in der Einkaufstasche liegen oder im Einkaufswagen zurückbleiben. (APA)