Der Sektor der Hedge-Fonds gehört zu den am stärksten wachsenden Anlageformen. Im Gegensatz zu Aktienfonds und Rentenfonds können diese Investmentfonds alle Arten von Finanzinstrumenten nutzen.

Ihrem Namen nach versuchen die Hedge-Fonds, Investitionen gegen Risiken wie Kurseinbrüche oder Wechselkursschwankungen abzusichern (englisch "to hedge" - "absichern"). In der Praxis bieten Hedge-Fonds allerdings wenig Sicherheit, sondern streben danach, durch spekulative Geschäfte unabhängig vom Marktumfeld kurzfristig möglichst hohe Erträge zu erwirtschaften.

Die Fonds verkaufen beispielsweise Aktien, die sie gar nicht besitzen (Leerverkäufe). Dazu leihen sie sich diese Papiere etwa von Banken oder Pensionsfonds aus, um sie zu verkaufen. Dafür zahlen sie eine Leihgebühr. Die Manager der Hedge-Fonds hoffen auf fallende Kurse, um die Titel dann billiger wieder zurückkaufen zu können - eine Wette, die nicht immer aufgeht.

Die Zahl der weltweit aktiven Hedge-Fonds soll in der Größenordnung von 10.000 liegen. Wichtige internationale Zentren für Hedge-Fonds-Gesellschaften sind beispielsweise die britischen Kanalinseln, die Bahamas, die Kaimaninseln, aber auch Luxemburg oder Monaco. Seit Jänner 2004 können Privatanleger auch in Deutschland in die hoch spekulativen Fonds investieren. Das Investmentmodernisierungs-Gesetz ermöglicht seitdem ihren direkten Vertrieb in Deutschland. Unterschieden werden Einzelfonds und Dach-Hedge-Fonds. Die Dachfonds investieren in mehrere Einzel-Hedge-Fonds und streuen damit das Risiko breiter. (APA/dpa)