Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) appelliert anlässlich seiner Vorstandsklausur in Lech am Arlberg an die Bundesregierung, den Postzeitungsdienst "im Interesse der Bürger des Landes zur flächendeckenden Versorgung mit Information zu erschwinglichen Preisen als gemeinwirtschaftliche Leistung aufrecht zu erhalten". Dazu gehöre ein selbstständiger Postzeitungstarif für Kaufzeitungen sowie die Verpflichtung der Post, die Zustellung effektiv und zeitgerecht einschließlich der Zustellung an Samstagen zu sichern, hieß es am Montag. Der VÖZ erwartet, "dass das von der Regierung und den Koalitionsfraktionen gebildete Komitee rasch und verbindlich eine Lösung erarbeitet, welche die bereits im parlamentarischen Ausschuss beschlossene überfallsartige Abschaffung des Postzeitungsdienstes per 30. Juni saniert". Der gefasste Beschluss sei "medienpolitisch kontraproduktiv, weil er durch die enormen Mehrbelastungen zahlreiche Titel und damit viele Arbeitsplätze in der Medienbranche gefährdet". Der Verband hat mit einer Inseraten-Aktion in österreichischen Tages- und Wochenzeitungen auf die demokratie- und medienpolitischen Konsequenzen der Abschaffung des Postzeitungsdienstes hingegwiesen, um den politischen Verantwortungsträgern die Folgen ihrer Pläne vor Augen zu führen. "Für den Fall, dass es zu keiner raschen Lösung kommen sollte, hat der VÖZ bei seiner Klausurtagung in Lech einen Stufenplan für weitere Schritte beraten, um seiner Forderung nach Beibehaltung des Postzeitungsdienste entsprechenden Nachdruck verleihen zu können", so die Verleger. Briefe an Wolfgang Schüssel und die Klubobleute der Parlamentsparteien Linzer Bischof: Begleichung von Ausfall aus diözesanen Mitteln "nicht möglich" Der Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern sprach sich am Montag gegen die geplante Streichung der begünstigten Posttarife für den Zeitungsversand aus. In Briefen an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und an die Klubobleute der Parlamentsparteien wies Aichern auf negative Konsequenzen solcher Maßnahmen hin. In rund 200 oberösterreichischen Pfarren werden die Pfarrblätter mit dem Zeitungstarif per Post zugestellt. Die wöchentlich erscheinende diözesane Kirchenzeitung würde durch die Streichung des begünstigten Tarifs um drei Schilling pro Nummer teurer, kritisierte Aichern. Darüber hinaus gebe es für Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen regelmäßige Informationen - "ganz zu schweigen von der Caritas und anderen Spenderinformationen", so der Bischof weiter. Es sei nicht möglich, solch einen Ausfall aus diözesanen Mitteln zu begleichen. Aichern, der innerhalb der Österreichischen Bischofskonferenz für die Laienorganisation zuständig ist, kann sich nicht vorstellen, dass solche Konsequenzen von der Bundesregierung beabsichtigt seien. Daher ersuche er um "Korrektur dieser Budgetpläne". (APA)