Das zweitgrößte Musiklabel der Welt, Sony-BMG, bringt in den USA neue CDs auf den Markt, deren Kopierschutzsoftware die Zahl der möglichen Kopien auf drei beschränkt. Darüber hinaus ist das neue Anti-Pirateriesystem nicht mit Apples iPod kompatibel, berichtet die New York Times (NYT) am Dienstag. Mit der Markteinführung der CDs im größten Musikmarkt der Welt ohne die Unterstützung von Apple, dominanter Marktführer bei digitalen Musikplayern, nimmt Sony-BMG ein gewisses Risiko in Kauf.

"Die Zeit läuft, Verletzungen des geistigen Eigentums finden überall statt und wir müssen sie stoppen"

"Ich weiß nicht worauf wir noch warten sollen", zitiert die NYT Thomas Hesse, der bei Sony-BMG für Global Digital Business verantwortlich ist. "Die Zeit läuft, Verletzungen des geistigen Eigentums finden überall statt und wir müssen sie stoppen", so Hesse weiter. Es liege an Apple seine Software anzupassen, um ebenfalls abspielbar zu sein. Die neuen CDs, darunter Alben der Backstreet Boys und der Foo Fighters, erlauben Apple-Usern zwar das limitierte Kopieren, aber nicht den Transfer auf den iPod. Der Transfer auf mobile Musikplayer ist nur möglich, wenn sie das Microsoft-Betriebssystem verwenden. Auch Windows-Usern am PC sind nur drei Kopien gestattet.

Bemühungen

Der Schritt von Sony-BMG wird von der NYT als gesteigerte Bemühung des Labels interpretiert, das bereits zwei Jahrzehnte alte Standard-CD-Format zu verändern. Bisher waren die großen Musiklabels in den USA mit der Veröffentlichung von CDs mit verbessertem Kopierschutz zaghaft. Sony-BMG hat aber mit derartigen CDs gute Erfahrungen gemacht, so die NYT. Es habe so gut wie keine Beschwerden der Konsumenten gegeben.(pte)