Zuhause alt werden und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen können, auch wenn Unterstützung und Pflege notwendig werden: Dazu braucht es auch entsprechender Pflege-, Betreuungs- und Versorgungsleistungen von mobilen Diensten. Eine solche könnte möglicherweise auch bald die Bildschirmkommunikation werden, mit deren Hilfe pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige in ihrem Alltag be- und angeleitet werden. Die Volkshilfe im oststeirischen Weiz hat damit erste gute Erfahrungen gesammelt.

"Bildschirmkommunikation kann die traditionelle Pflege und Betreuung nicht ersetzen, aber doch sehr sinnvoll ergänzen", resümiert Elisabeth Huber von der Volkshilfe in Weiz. Zusammen mit der Telekom Austria hat sie als Projektleiterin im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft Styrian Services versucht, die Möglichkeiten und Grenzen einer solchen "Kommunikation" auszuprobieren. "Die vorläufigen Auswertungen des Projekts lassen tendenziell auf eine erhöhte Sicherheit, eine Steigerung der häuslichen Aktivität, eine verringerte Angst vor dem Alleinsein und in weiterer Konsequenz eine eventuelle Verhinderung bzw. Verzögerung von Heimaufenthalten schließen", so Huber.

Eingesetzt wurde die Technik - bei der sich beide Kommunikationspartner per Bildschirm unterhalten können - im Bereich der mobilen Dienste: "Unsere Mitarbeiter versorgen, betreuen und pflegen alte Menschen in ihrer gewohnten Umgebung. Das reicht von der normalen Körperpflege über pflegerische Mitwirkung an der Rehabilitation bis zum Einkauf oder Hilfe im Haushalt", so Huber. Vor allem wenn es um Beratung, Anleitung und Begleitung im Zusammenhang mit pflegerischen Maßnahmen gehe, könne die Bildtelefonie gut zum Einsatz kommen: "Wir konnten u.a. unsere Kunden an die Einnahme der Medikamente erinnern, beim Verbandwechsel durch Angehörige zusehen, Ratschläge geben oder auch per Bildschirm zur Bewegung animieren", schildert Huber die Erfahrungen der vergangenen fünf Monate.

Zehn Kunden der mobilen Dienste haben das Zusatzangebot in Anspruch genommen. Zur einfachen Bedienung hat man über ein TV-Gerät mit viertastiger Fernbedienung kommuniziert. "Per Tastendruck waren die Kunden mit uns verbunden und mit einem weiteren konnten sie die Kommunikation wieder abbrechen. Die Bedienung habe nach entsprechender Einschulung keine Probleme bereitet: "Die Bereitschaft etwas Neues auszuprobieren war erstaunlich groß", so Huber. An Grenzen gestoßen ist man eher in puncto Übertragungsqualität. Eine Weiterführung des Pilotprojektes "hin zu einem Produkt, das wirklich marktfähig ist", komme für Huber "durchaus in Frage".(APA)