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Franz Beckenbauer, Chef des Organisations-Komitees, lädt zur WM-Generalprobe namens Confederations Cup.

Foto: Reuters/Pfaffenbach
Berlin - "Die Welt zu Gast bei Freunden", lautet der Slogan für die WM 2006 in Deutschland. Eine Fraktion dieser Welt kommt aber schon heuer: Der siebente "Confederations Cup" dient acht teilnehmenden Mannschaften und den Organisatoren als Generalprobe.

Auch die sogenannte "Mini-WM" kann mit Zahlen beeindrucken: Millionen Kiebitze vor den TV-Geräten (ORF 1 überträgt alle 16 Spielen live) sind zu erwarten, an die 600.000 Besucher (bisher über 500.000 Karten verkauft) werden in den fünf Stadien vor Ort sein. Geldpreise entschädigen die Teilnehmer für den entgangenen Urlaub: Als Startprämie sind 853.000 Euro fix, der Sieger des bis 29. Juni dauernden Turniers kassiert 2,275 Mio. Euro.

Brasilien will zweiten Sieg

Das Feld wird angeführt vom fünffachen Weltmeister Brasilien. Dazu kommen Ozeanien-Champion Australien, Europameister Griechenland, Olympiasieger Argentinien (Südamerika-Vizemeister hinter Brasilien) sowie die Kontinental-Meister Tunesien, Japan, Mexiko und last but not least der gastgebende Vize-Weltmeister Deutschland. Gesucht wird ein Nachfolger für die Franzosen, die 2003 im eigenen Land nicht zu schlagen waren. Auch 2001 ging der Sieg an Frankreich.

Zum zweiten Mal die Trophäe (nach 1997) holen, das möchten nun auch die Brasilianer - 2003 war schon nach den Gruppen-Spielen Schluss. "Wir nehmen das Turnier ernst, 2006 ist hier die WM, daher hat das eine gewisse Bedeutung", sagt Offensiv-Ass Ronaldinho nach dem Training vor 12.000 Fans in Leverkusen. Teamchef Carlos Alberto Perreira versichert trotz des Fehlens von "Urlauber" Ronaldo vor dem ersten Auftritt am Donnerstag gegen die Griechen: "Wo immer wir teilnehmen, wollen wir ins Endspiel."

Heimspiel für Rehakles

Der hellenische Glanz von der Euro 2004 ist vor dem allerersten Treffen der Länderspiel-Geschichte mit der "Selecao" etwas verblasst. In der laufenden EM-Qualifikation in argen Nöten, muss man sich mit Personalsorgen (Dellas, Kapsis/beide verletzt und nicht dabei sowie Zagorakis/fehlt in ersten zwei Spielen) sowie einem Prämienstreit herumschlagen. Die nationale Regierung hat von der versprochenen einen Million Euro für den EM-Titel angeblich nur 750.000 ausbezahlt.

Otto "Rehakles" Rehhagel dämpft die Erwartungen dementsprechend: "Wir müssen uns anstrengen, dass wir einigermaßen mithalten können." Und vor dem Duell zwischen Europa- und Weltmeister meinte er angesichts des brasilianischen Potenzials an Klassekickern: "Die können fünf Nationalteams stellen."

Deutschland plant mit Siegprämie

Besonders im Fokus steht Gastgeber Deutschland, der allein im sportlichen Bereich für das Turnier mit einem Budget von 3,5 Mio. Euro plant. Optimistisch, wie die Nachbarn nun einmal sind, sind darin auch Siegesprämien für ein gewonnenes Endspiel von je 60.000 Euro pro Spieler inkludiert. Teamchef Jürgen Klinsmann dient der Confed-Cup mangels Qualifikationsspiele als besonders willkommene Standortbestimmung.

Dabei will er weiter auf die Jugend setzen: "Wir machen weiter mit der Rotation und wollen unbedingt gewinnen." Aller angekündigten Experimente zum Trotz, wird Deutschland am Mittwoch gegen Australien mit der stärksten Elf antreten. (red/APA/dpa/Reuters)