Bangkok - Die Geiselnahme in einer Schule in Kambodscha ist beendet. Bei einer Befreiungsaktion wurde eines der mindestens 29 von Bewaffneten festgehaltenen Kinder getötet, auch zwei Geiselnehmer wurden erschossen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Über die genauen Umstände der Befreiung wurde zunächst nichts bekannt.

Sechs bewaffnete Männer hatten in der Früh die internationale Schule in der Stadt Siem Reap in der Nähe der berühmten Tempelanlage Angkor Wat gestürmt und nach Angaben von Augenzeugen mindestens 29 Kinder und einen Lehrer in ihre Gewalt gebracht. Bewaffnete Polizisten in Zivil hatten wenig später das Gebäude gestürmt. Unter den Geiseln waren Anwohnern zufolge auch Kinder aus den USA und europäischen Ländern.

Informationsminister irritiert

Das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete in seiner Online-Ausgabe, Informationsminister Khieu Kanharith sei irritiert angesichts der geringen Geldsumme, welche die Geiselnehmer gefordert hatten. Zu den möglichen Motiven der Kidnapper sagte er: "Wir fragen uns, ob es sich bei den Tätern um Mitglieder der Kambodschanischen Freiheitskämpfer (CFF) handelt oder ob sie von einer Firma oder Vertretern eines anderen Landes angeheuert wurden, um den Tourismus in Kambodscha zu zerstören." Man stelle sich außerdem die Frage, wohin die Geiselnehmer mit Kalaschnikows und Granatenwerfern fliehen wollten.

Die CFF ist eine militante Gruppe, die im November 2000 einen bewaffneten Angriff gegen die Regierung unternommen hatte. Die Aktion schlug fehl. Der Führer der Gruppierung, der in Kambodscha geborene US-Bürger Chhun Yasith, wurde Anfang des Monates in Kalifornien festgenommen. Er wurde angeklagt wegen Beteiligung an einer Militäraktion gegen einen Staat, mit dem die USA friedliche Beziehungen unterhält. (red/Reuters)