1. Familienbeihilfe Mit den nahenden Sommerferien stellt sich wieder die Frage, ob wegen eines Ferialjobs des Sprösslings die Familienbeihilfe gefährdet sein kann. Zunächst die gute Nachricht: Kritisch wird es erst ab Beginn des Kalenderjahres, das auf den 18. Geburtstag des Kindes folgt (bis dahin können Kinder beliebig viel verdienen, ohne dass der Anspruch auf Familienbeihilfe verloren geht). Bei Kindern, welche die magische Altersgrenze überschritten haben, ist für den Anspruch auf Familienbeihilfe das Jahreseinkommen maßgebend, unabhängig davon, ob es in den Ferien oder außerhalb der Ferien erzielt wird. Wird die Einkommensgrenze von 8.725 Euro pa überschritten, geht für das gesamte Jahr der Anspruch auf Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag verloren. Maßgeblich ist das Einkommen nach Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen, sonstigen Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen. Deshalb kann ein Kind bei Gehaltseinkünften pro Jahr insgesamt brutto 10.874 Euro (ohne Sonderzahlungen) verdienen, ohne dass die Eltern die Familienbeihilfe verlieren. Endbesteuerte Einkünfte (wie zB Zinsen oder Dividenden) sind nicht auf die Einkommensgrenze anzurechnen. Übrigens bleiben Lehrlingsentschädigungen und Waisenpensionen bei der Ermittlung des relevanten Jahreseinkommens ebenfalls außer Betracht.

2. Sozialversicherung
Wer einen Ferialjob ausübt, wird in den meisten Fällen bei der Sozialversicherung als ganz normaler Dienstnehmer behandelt (für die etwas selteneren echten „Ferialpraktikanten“ – als solche gelten Schüler und Studenten, die ein vorgeschriebenes Praktikum vor allem zu Lernzwecken absolvieren – fallen geringfügig niedrigere Beiträge an). Es gelten daher folgende Bestimmungen:

• Bis zu einem monatlichen Bruttobezug von derzeit 323,46 Euro (Geringfügigkeitsgrenze) muss der Dienstgeber nur die Beiträge zur Unfallversicherung (1,4%) und gegebenenfalls (bei Beschäftigung von mehreren „Geringfügigen“) die pauschalierte Dienstgeberabgabe für geringfügig beschäftigte Personen in Höhe von 16,4% (der Bruttobezüge) bezahlen.

• Ab einem Bruttogehalt von monatlich mehr als 323,46 Euro besteht – wie bei jedem Dienstverhältnis – Vollversicherungspflicht (insbesondere in der Kranken- und Pensionsversicherung) mit Dienstnehmer-Beiträgen von 18,0% (18,2% bei Arbeitern) und Dienstgeber-Beiträgen von 21,9% (21,7% bei Arbeitern). Zusätzlich fallen noch Beiträge zur Mitarbeiter-Vorsorgekasse an (1,53 % des Bruttoentgeltes).

• Häufig werden Ferialjobs als freie Dienstverträge ausgeübt. Die Sozialversicherung ist in diesem Fall billiger als bei den echten Dienstverhältnissen: 13,85% Dienstnehmer-Anteil und 17,45% Dienstgeber-Anteil ergeben eine Gesamtbelastung von nur 31,3% (anstatt 39,9% bei Angestellten und Arbeitern). Auch hier sind Sozialversicherungsbeiträge nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 3.630 Euro monatlich zu bezahlen.

3. Lohn- bzw Einkommensteuer, Umsatzsteuer
Bis zu einem monatlichen Bruttogehalt von rd 1.127 Euro (= Jahresbruttobezug inklusive Sonderzahlungen von insgesamt 15.770 Euro) fällt infolge des Abzugs der Sozialversicherungsbeiträge und verschiedener Steuerabsetzbeträge überhaupt keine Lohnsteuer an. Wenn bei einem höheren Monatsbezug Lohnsteuer abgezogen wird, kann der Student nach Ablauf des Jahres bei seinem Finanzamt einen Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung stellen. Falls die lohnsteuerpflichtigen laufenden Bezüge pa (ohne Sonderzahlungen) nicht mehr als rd 11.092 Euro betragen, wird die gesamte Lohnsteuer für die laufenden Bezüge rückerstattet. (Laufende Bezüge 11.092 Euro abzüglich Werbungskostenpauschale 132 Euro abzüglich Sonderausgabenpauschale 60 Euro = steuerfreies Einkommen Arbeitnehmer 10.900 Euro.)

Wird die Ferialbeschäftigung in Form einer selbstständigen Tätigkeit ausgeübt (zB Werkvertrag oder freier Dienstvertrag), muss ab einem Jahreseinkommen (Bruttoeinnahmen abzüglich der mit der Tätigkeit verbundenen Ausgaben) von 10.000 Euro eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Wenn die Einkünfte aber so hoch sind, fällt die Familienbeihilfe rückwirkend weg (siehe oben Punkt 1.1).

Eine Ferialbeschäftigung als Selbständiger (zB im Werkvertrag) unterliegt grundsätzlich der Umsatzsteuer (im Regelfall 20%), tatsächlich besteht Umsatzsteuerpflicht erst ab einem Jahresumsatz (= Einnahmen) von mehr als 26.400 Euro (darunter unechte Steuerbefreiung als Kleinunternehmer, jedoch verbunden mit Verlust des Vorsteuerabzugs). Eine Umsatzsteuererklärung muss allerdings – trotz Steuerbefreiung – bereits ab einem Jahresumsatz von mehr als 7.500 Euro abgegeben werden.