Teheran/Wien - Der Iran hat die Kritik der USA an seinen Versuchen mit Plutonium in den 90er Jahren zurückgewiesen. Die Vertreterin der USA bei der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA/IAEO), Jacky Sanders, hatte am Donnerstag die Tatsache scharf verurteilt, dass der Iran die bis 1989 andauernden Experimente bis vor wenigen Wochen verschwiegen hatte.

Vor dem Gouverneursrat der IAEA drohte sie Teheran sogar Militäraktionen an, falls es seine Bemühungen, eine Atommacht zu werden, nicht einstelle. Es sei offensichtlich, dass der Iran "sowohl seine früheren, als auch die heutigen Aktivitäten nicht offenbart hat", meinte Sanders.

Der iranische Außenminister Kamal Kharrasi wies die Kritik zurück. Der Bericht des stellvertretenden IAEA-Chefs Pierre Goldschmidt über iranische Plutonium-Experimente vom Donnerstag sei "nichts Neues", sagte Kharrasi am Freitag in Teheran. Der Iran habe die IAEA bereits über die Experimente informiert und werde der UN-Behörde weitere Informationen geben, falls diese benötigt würden. Ursprünglich hatte der Iran gegenüber der IAEA erklärt, bereits 1993 alle Experimente mit Plutonium beendet zu haben.

Am Freitag beschloss der IAEA-Gouverneursrat zum Abschluss seiner Tagung auf Wunsch Washingtons die Schaffung eines Sondergremiums gegen den Schmuggel mit spaltbarem Material. Das Komitee soll der Wiener Atombehörde bei der Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags helfen. Dazu soll es auch den Schwarzmarkt für spaltbares Material besser überwachen.

IAEA-Chef Mohammed ElBaradei hatte der Schaffung des Gremiums zunächst kritisch gegenüber gestanden. Seine jetzige Zustimmung wird als Zugeständnis gegenüber Washington angesehen, das erst in der vergangenen Woche seinen Widerstand gegen die Wiederwahl des aus Ägypten stammenden Diplomaten aufgegeben hatte. (APA/dpa)