Oslo - Zehn Monate nach dem spektakulären Raub der beiden Meisterwerke "Der Schrei" und "Madonna" ist am Samstag das Edvard-Munch-Museum in Oslo wieder geöffnet worden. Trotz verschärfter Kontrollen herrschte reger Besucherandrang.

Da es der Polizei in Norwegen nicht gelungen war, bis zur Wiedereröffnung des Museums die beiden gestohlenen Gemälde zu finden, hatte die Leitung an ihrer Stelle zwei weniger wertvolle Repliken - eine Pastellzeichnung des "Schreis" und eine Lithographie der "Madonna" - aus dem Archiv aufgehängt. In einer Sonderausstellung wurden zudem 70 Selbstporträts des norwegischen Expressionisten (1863-1944) gezeigt.

Die Kuratorin der Ausstellung, Iris Müller-Westermann, bezeichnete die Wiedereröffnung des Museums als "großen Erfolg". Die Menschen ließen sich von den neuen Sicherheitsvorkehrungen nicht abschrecken und seien "total begeistert". Dennoch sei es "ein bisschen traurig", dass der Eingang mit seinen Schleusen an einen Flughafen erinnere und viele der Gemälde nur noch durch Glaswände bewundert werden könnten. Die Museumsverwaltung hat die Schließzeit genutzt und für fünf Millionen Euro ein völlig neues Sicherheitssystem eingebaut, um ähnlich spektakuläre Raubzüge in Zukunft zu verhindern.

Am 22. August vergangenen Jahres waren zwei bewaffnete und maskierte Täter am helllichten Tag in das Museum gestürmt, hatten die Bilder "Der Schrei" und "Madonna" von der Wand gerissen und mitgenommen. Bisher wurden fünf Verdächtige festgenommen, von den Bildern aber fehlt jede Spur. Wegen ihrer Bekanntheit gelten die Gemälde als unverkäuflich. Ihr Wert wird auf rund 80 Millionen Euro geschätzt. (APA)