Seoul - Ein südkoreanischer Soldat hat am Sonntag ein Blutbad unter seinen Kameraden angerichtet und acht von ihnen getötet. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul wurden zwei andere Soldaten der betroffenen Einheit schwer verletzt, als der 22-jährige Gefreite nach der Nachtwache zunächst eine Handgranate in die Unterkunft warf und dann mehr als 40 Schüsse auf die schlafenden Männer abgab. Als Grund für seine Gewalttat gab der Soldat an, er sei ständig von einem Vorgesetzten schikaniert worden.

Der Zwischenfall ereignete sich im Morgengrauen in einem Militärlager an der schwer bewachten Grenze zu Nordkorea. Ein Ministeriumssprecher sagte, der Soldat habe Groll gegen einen Vorgesetzten gehegt, von dem er "verbale Gewalt und Belästigungen" erfahren habe. Der Soldat wurde etwa zehn Minuten nach seiner Tat gefasst. In dem rund 70 Kilometer nördlich von Seoul entfernten Lager hätten sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls 25 Soldaten aufgehalten.

Verteidigungsminister Yoon Kwang Ung entschuldigte sich bei der Bevölkerung für den Zwischenfall. "Wir werden gründliche Folgemaßnahmen ergreifen, damit sich solch ein Vorfall nicht wiederholt." Es hatte in der Vergangenheit häufig Berichte über Aggressionen gegen Wehrpflichtige in der südkoreanischen Armee gegeben. (APA/dpa)