Unter einem Algorithmus - benannt nach dem arabischen Mathematiker Al-Chwarismi - versteht man ein definiertes Verfahren zur Lösung eines - meist mathematischen - Problems. Simples Beispiel für die Fragestellung, ob eine Zahl gerade oder ungerade ist: Teile die Zahl durch zwei und stelle fest, ob hinter dem Komma ein Wert steht. Wenn ja, ist es keine, wenn nein, ist es eine gerade Zahl. In der Informatik werden - natürlich wesentlich komplexere - Algorithmen als Standardprozeduren eingesetzt. Moderne Algorithmik bietet die Chance, Laufzeit und Speicherbedarf aufwändiger Softwarelösungen deutlich zu verbessern, in dem die für ein Rechenergebnis notwendigen Operationen auf ein Minimum reduziert werden - ein Prozess, der auch wesentlichen von den Datenstrukturen bestimmt wird, das heißt, von der Art, wie Daten im Speicher abgebildet und angeordnet sind. Der Haken: Schnellere Prozessoren sind oft einfacher und günstiger zu haben. Die Entwicklung von schnellen Algorithmen ist im Vergleich zu langsamen, dafür offensichtlichen Algorithmen wesentlich schwerer zu verstehen und nicht ohne Grundlagenforschung, der Entwicklung von neuem mathematischen Wissen möglich. Grundlagenforschung wird unter anderem am Forschungsinstitut RISC (Research Institute for Symbolic Computation) betrieben, das die RISC Software GmbH gegründet hat, um Anwendungen umzusetzen. (hon/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17. 6. 2005)