Wien - Im österreichischen Unternehmenssektor wurden einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung der Statistik Austria zufolge im Jahr 2002 insgesamt 3,13 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung (F&E) ausgegeben. Obwohl die Zahl der F&E betreibenden Unternehmen gegenüber der letzten Erhebung 1998 deutlich auf 1.942 gestiegen ist, sind die Aufwendungen auf wenige größere Betriebe konzentriert: Ein Drittel der Forschungsausgaben des Unternehmenssektors - also rund eine Mrd. Euro - entfiel auf nur neun Firmen. Welche das sind, gibt Statistik Austria nicht bekannt.

50 Prozent der gesamten Forschungsausgaben der Unternehmen entfallen auf 28 Firmen, 75 Prozent auf die forschungsstärksten 140 Firmen. Die 700 Betriebe mit den höchsten F&E-Ausgaben kommen für rund 95 Prozent der F&E-Ausgaben des Unternehmenssektors auf.

Firmen für zwei Drittel der österreichischen F&E-Ausgaben verantwortlich

Die kompletten F&E-Firmenaufwendungen in Höhe von 3,13 Mrd. Euro waren zwei Drittel (66,9 Prozent) der gesamten österreichischen F&E-Ausgaben. Das ist um 44,9 Prozent mehr als im Jahre 1998 mit 2,16 Mrd. Euro. Der Rest stammt überwiegend von der öffentlichen Hand.

72,6 Prozent der gesamten F&E-Ausgaben des Unternehmenssektors entfallen dabei auf Betriebe der Sachgütererzeugung, 26,4 Prozent (828 Mio. Euro) auf Dienstleistungsunternehmen. Innerhalb der Sachgütererzeugung sticht der Wirtschaftszweig "Rundfunk-, Fernseh- und Nachrichtentechnik" mit 704 Mio. Euro oder 31 Prozent der gesamten F&E-Ausgaben dieses Bereichs hervor.

30 Millionen Euro von der EU

936 Mio. Euro (oder 29,9 Prozent) der F&E-Ausgaben im österreichischen Unternehmenssektor wurden vom Ausland finanziert. Der größte Anteil davon stammt laut Statistik Austria von mit heimischen Betrieben verbundenen ausländischen Unternehmen. Die EU steuerte 30 Mio. Euro zur heimischen Unternehmensforschung bei, 5,6 Prozent wurden von der öffentlichen Hand getragen (176 Mio. Euro).

Die Bundesländer mit den finanziell forschungsstärksten Unternehmen sind Wien, Steiermark und Oberösterreich: 31,1 Prozent der F&E-Ausgaben des Unternehmenssektors entfielen auf Wien (fast 1 Mrd. Euro), 22,5 Prozent oder rund 700 Mio. Euro auf die Steiermark und 17,5 Prozent oder rund 550 Mio. Euro auf Oberösterreich.

Geringer Frauenanteil am Forschungspersonal

Insgesamt wurden 2002 in den österreichischen Unternehmen 26.727 Vollzeitäquivalente für F&E eingesetzt. Das sind um 31,1 Prozent mehr als im Vergleichsjahr 1998. Der Großteil davon (60 Prozent) entfiel auf Wissenschafter und Ingenieure, 31,2 Prozent auf höher qualifiziertes nichtwissenschaftliches Personal ("Techniker") und neun Prozent auf Hilfspersonal.

Der Frauenanteil am Forschungspersonal der heimischen Unternehmen ist sehr gering, er beträgt nur 14,4 Prozent. Generell ist der Anteil der Frauen mit 19,8 Prozent am Forschungspersonal im Dienstleistungssektor höher als in den Unternehmen der Sachgütererzeugung (12,3 Prozent). Die pharmazeutische Industrie ist der einzige Wirtschaftszweig mit einem hohen Frauenanteil: Dort sind 48 Prozent der Mitarbeiter in Forschung & Entwicklung Frauen. (APA/red)