Foto: Telekom Austria
Die Telekom Austria (TA) , bisher mit Telefonie und Internet tätig, steigt ins Fernsehgeschäft ein, um die Kundenabwanderung zu den Kabelfernsehbetreibern aufzufangen, die mit Sprachtelefonie, Internet und Fernsehen ein so genanntes "Triple Play"-Produkt bieten.

Neue Wachstumspotenziale

Zudem sollen damit neue Wachstumspotenziale erschlossen werden, sagte TA-Festnetzvorstand Rudolf Fischer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Das digitale Fernsehangebot gibt es vorerst ab Herbst in Wien, ab 2006 sollen zunächst die Landeshauptstädte und dann der ländliche Bereich dazu kommen.

1.000 Kunden bis Jahresende

Bis Jahresende 2005 erwartet die TA rund 1.000 Fernseh-Kunden, eine Umsatzprognose für den neuen Geschäftsbereich wollte Fischer nicht abgeben. Da man sich die Umsätze aber mit Inhaltslieferanten und anderen Partnern teilen müsse, lägen die Margen im TV-Geschäft unter jenen des klassischen Telekombereichs. Der Einstieg in den TV-Bereich sei für Telekomunternehmen aus strategischen Gründen sinnvoll, um die Rückgänge bei der Sprachtelefonie im Festnetz zu kompensieren, betonte Fischer.

"Multimedia-Strategie"

Mit dem Einstieg ins TV-Geschäft setzt die TA ihre "Multimedia-Strategie" fort. Durch neue Anwendungen und Inhalte könne auch das Breitband-Internet gepusht werden, hieß es. Der weltweite Breitband-Markt wird laut einer Prognose des Unternehmensberaters Arthur D. Little bis 2010 jährlich um 15 bis 20 Prozent zulegen und 2010 ein Volumen von 140 Mrd. Dollar (115,8 Mrd. Euro) erreichen.

8 Mbit pro Sekunde

TA-Kunden können künftig über jedes beliebige TV-Gerät fernsehen, Radio hören, ins Internet einsteigen, E-Mails lesen und via Internettelefonie ("Voice over IP") telefonieren. Basis für das neue "aonDigital TV"-Angebot ist ein Breitband-Internet-Zugang (ADSL), eine Set-Top-Box und eine Infrarot-Tastatur. Mit "ADSL 2+", der nächsten Generation des Internet-Breitband-Produktes ADSL, sollen Bandbreiten von bis zu 8 Mbit pro Sekunde erreicht werden.

Noch keine Preise

Die Tarife für das Fernsehangebot wollte die TA heute noch nicht bekannt geben, das Basisangebot werde 40 Fernsehkanäle und Video on Demand umfassen. Ein TV-Portal am Bildschirm und ein elektronischer Programmführer sollen die Dienste-Auswahl am Fernseher erleichtern. Premiumdienste im Bereich Sport, Unterhaltung, Kinder und Erotik sowie weitere interaktive Anwendungen wie Spiele oder ein Videorecorder im Netz können zusätzlich abonniert werden. Abgerechnet wird über die Telefonrechnung.(APA)