Istanbul - Das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei hat eine Diskriminierung von Christen durch die Kommunalbehörden der Hauptstadt Ankara verboten. Wie die türkische Presse am Mittwoch meldete, wandte sich das Gericht in einem Urteil gegen eine Entscheidung der Stadtverwaltung, lediglich den Moscheen und Korankurs-Veranstaltern in Ankara kostenloses Wasser zukommen zu lassen, nicht aber einer protestantischen Kirche.

Die Intiative der Stadtverwaltung verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz, entschied das Gericht. Ankara wird von der moderat islamischen Partei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan regiert.

Die von dem amerikanischen Geistlichen Daniel Wickwire geleitete Kirche begrüßte das Urteil. Der türkischen Zeitung "Hürriyet" sagte Wickwire, die Entscheidung werde der türkischen EU-Bewerbung Pluspunkte einbringen. Die EU verlangt von der zu 99 Prozent moslemischen Türkei seit langem eine rechtliche Besserstellung religiöser Minderheiten. (APA/AFP)