Wien - Der neue Vorstandsvorsitzende der Telekom Austria (TA) heißt Heinz Sundt (52). Zweiter österreichischer Vorstand bleibt Rudolf Fischer, der schon wie bisher für die Technik verantwortlich sein wird. Neuer Finanzvorstand wird Stefano Colombo von Carrera Optyl in Oberösterreich, der Finanzvorstand Alberto Mazzarelli ablöst. Die vierte Vorstandsposition wird noch im April seitens des italienischen Sperrminoritätsaktionärs Telecom Italia bekanntgegeben. Die drei fixen Vorstandsbesetzungen seien durch den Aufsichtsrat der TA einstimmig erfolgt, teilte Telekom-Austria-Aufsichtsratschef und ÖIAG-Vorstandsdirektor Johannes Ditz am Dienstag Nachmittag vor Journalisten mit. Der neue TA-Vorstand wird die Agenden sofort übernehmen. Mobilkom-Generaldirektor Sundt galt seit Wochen als Topfavorit für den TA-Generalsposten und war der Wunschkandidat der Österreichischen Industrieholding ÖIAG, die über die Post & Telekom AG (PTA) und die Post und Telekombeteiligungs AG (PTBG) den 75-Prozent-Anteil der Republik Österreich an der TA hält. Die Telecom Italia entsendet als Viertel-Eigentümerin der TA die beiden anderen Vorstände. Neuer Mobilkom-Chef in einem Monat Für den Vorstandsvorsitz der Telekom Austria (TA) seien fünf Kandidaten in die engere Auswahl gekommen, sagte TA-Aufsichsratschef Johannes Ditz. Man habe bei der Wahl die Fachmeinung der Investmentbank Meryll Lynch miteinbezogen. Mit Mobilkom-Chef Heinz Sundt sei der am besten geeignete Kandidat bestellt worden. Die Entscheidung über die Nachfolge Sundts als Vorstandsvorsitzender der TA-Tochter Mobilkom werde in einem Monat fallen. Der Posten werde ausgeschrieben, hieß es aus der Mobilkom. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Boris Nemsic, derzeit Chef der kroatische Mobilkom-Beteiligung VIPnet. "Wir haben den richtigen Mann zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Unternehmen gefunden", sagte Ditz. Es sei von Vorteil, wenn jemand das Umfeld der Telekom Austria kenne und keine Einarbeitungszeit benötige. Die Entscheidung über den neuen Marketing-Vorstand als Nachfolger von Claudio Albanese, der wie der Finanzvorstand vom Miteigentümer Telecom Italia vorgeschlagen wird, sei um wenige Wochen vertagt wurden, um möglichst "den besten Mann zu finden". Der vierte Vorstand werde jedenfalls noch im April bestellt. Sundt und der neue/alte Technik-Vorstand Rudolf Fischer (47) werden ihre Tätigkeit sofort aufnehmen, Finanzvorstand Stefano Colombo (39) ab 18. April. Der neue Finanzvorstand, von 1996 bis 1999 bei der oberösterreichischen Carrera Optyl und dann in der Gruppe des italiensichen Brillenherstellers Marcolin tätig, hat bisher als einziges TA-Vorstandsmitglied Erfahrung mit einem Börsegang. Er koordinierte das Initial Public Offering von Marcolin. Ziel des neuen Vorstandes müsse es ein, die TA als führenden österreichischen Gesamtanbieter für Sprache, Daten und Internet rasch und konsequent an den Kapitalmarkt heranzuführen und die entsprechenden Voraussetzungen für einen Börsegang zu schaffen, so Ditz. TA-Bundesanteil soll laut Ditz möglichst rasch unter 50 Prozent sinken Dabei soll der Anteil des Bundes so schnell wie möglich unter 50 Prozent gehen. Entscheidender Punkt sei eine schnelle Börseeinführung und nicht die Frage, in wie viel Schritten die Privatisierung über die Bühne gehe. Der Börsegang der TA werde das wichtigste Einzelereignis in der Geschichte des österreichischen Kapitalmarktes sein. Der Syndikatsvertrag mit der Telecom Italia müsse nicht geändert werden werden. Die Börseeinführung könne im Ausmaß von 74,9 bis zu 25,2 Prozent gehen. Die Rechte der Telekom Austria-Arbeitnehmer würden gewahrt bleiben, betonte Ditz am Dienstag. (APA)