Colombo - Sechs Monate nach der Flut-Katastrophe in Südasien hat sich die Regierung von Sri Lanka verpflichtet, die tamilische Rebellenorganisation LTTE an der Verteilung der internationalen Hilfsgelder zu beteiligen. Die Vereinbarung soll die Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe in dem Rebellengebiet im Norden und Osten des Landes beschleunigen.

"Die Regierung hat die Vereinbarung unterschrieben", sagte Parlamentsminister Maithripala Sirisena der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Vertreter der Untergrundorganisation Tiger von Tamil Eelam sagte, die Unterschrift seiner Gruppe werde der vermittelnde norwegische Botschafter im Laufe des Tages einholen. Das Abkommen sieht vor, dass Komitees aus Rebellen, Beamten und Moslems Wiederaufbauprojekte gemeinsam empfehlen und überwachen.

Der Pakt über eine Summe von drei Milliarden Dollar soll den zehntausenden Srilankern helfen, die seit dem Tsunami Ende Dezember in Zelten, Holzhütten und provisorischen Häusern leben. Auf der Insel sind durch die Welle fast 39.000 Menschen ums Leben gekommen.

Die Rebellen kämpfen für einen unabhängigen Tamilen-Staat im Norden und Osten der Inselrepublik und werden unter anderem von den USA als Terror-Gruppe eingestuft. Weil der Vertrag die Guerilla-Gruppe aus seiner Sicht legitimiert, hat in der vergangenen Woche ein Koalitionspartner die Regierung verlassen und damit die innenpolitische Krise wegen der Verhandlungen verschärft.

Seit dem Rückzug der Partei kann sich die Regierung nur noch auf eine Minderheit im Parlament stützen. Die Erwartung baldiger Neuwahlen hat auch die Finanzmärkte des Landes belastet.

Bei dem Seebeben und der anschließenden Flutwelle sind in Südasien jüngsten Angaben zufolge 188.149 Menschen ums Leben gekommen. 43.861 Menschen werden noch vermisst. Regierungen und internationale Organisationen haben der Region 6,9 Milliarden Dollar Hilfe zugesagt. Dazu kommen private Spenden in Höhe von mindestens 4,5 Milliarden Dollar.

Die deutsche Regierung hat 643 Millionen Dollar versprochen. Spenden aus der Bundesrepublik belaufen sich auf mindestens 161 Millionen Dollar. (APA/Reuters)