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Monika Knofler, Leiterin des Kupferstichkabinetts (Archivbild)

Foto: APA/Herbert Pfarrhofer
Wien - Unter 29 Sammlungen aus 24 Ländern, die jüngst bei einer UNESCO-Tagung in Lijang/China neu in die Liste "Memory of the World" aufgenommen wurden, befinden sich laut Österreichischer UNESCO-Kommission (ÖUK) auch zwei aus Österreich: Die Sammlung gotischer Baurisse des Kupferstichkabinetts der Wiener Akademie der Bildenden Künste sowie der im Besitz der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien befindliche Nachlass des Komponisten Johannes Brahms stehen ab sofort unter dem Schutz der UNESCO. Österreich besitzt damit bereits acht Kulturschätze, die zum "Weltgedächtnis der Menschheit" zählen.

Vor allem dank des Bestandes des Planmaterials der Dombauhütte von St. Stephan besitzt das Kupferstichkabinetts der Wiener Akademie der Bildenden Künste mit rund 425 Zeichnungen 85 Prozent des Weltbestandes an gotischen Architekturplänen. "Diese Aufnahme unterstreicht die große Bedeutung unserer Sammlung", zeigt sich Monika Knofler, Leiterin des Kupferstichkabinetts, erfreut.

Steigendes Interesse

Durch die laufende Diskussion über eine mögliche Absiedlung der Sammlung aus dem Akademiehof sei auch das Interesse gestiegen, schildert sie. "Auch den Lehrenden und den Studenten ist unsere Existenz und Bedeutung viel mehr bewusst geworden." Gegenwärtig wird neben einer Übersiedlung in die Depots der Albertina auch über eine Rückkehr des Kupferstichkabinetts an den Schillerplatz nachgedacht. "Der Schillerplatz wäre sicher eine gute Lösung", sagt Knofler.

Der Nachlass von Johannes Brahms (1833-1897) umfasst Briefe, Partituren und Erinnerungsstücke des weltbekannten Komponisten - darunter die ersten Ausgaben seiner musikalischen Werke.

Dokumentarisches Erbe

Das Programm "Gedächtnis der Menschheit" der UNESCO will das dokumentarische Erbe der Menschheit erhalten. Dazu zählen Bücher, Manuskripte und audiovisuelle Medien in Bibliotheken und Archiven. Das Register wurde 1997 eingerichtet und umfasst derzeit 120 Einträge.

Neben den beiden neu aufgenommenen österreichischen Dokumenten kann Österreich weitere sechs auf der Weltliste vorweisen: Dazu gehören noch das Wiener Dioscurides-Manuskript und der "Atlas Blaeu - van der Hem" aus der ÖNB, das Schlussdokument des Wiener Kongresses 1815, die historischen Sammlungen (1899-1959) des Wiener Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die Papyrussammlung (Collection Erzherzog Rainer) der ÖNB und die Schubertsammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. (APA)