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Foto: APA/Herbert P. Oczeret
Berlin - Der Rocksänger Campino will mit anderen Prominenten aus aller Welt am 6. Juli beim G-8-Gipfel in Edinburgh für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung demonstrieren. "Jeder, der kann, sollte mit in die schottische Hauptstadt reisen. Es wird ein historischer Tag", sagte der Frontmann der Punkband Die Toten Hosen in einem dpa-Gespräch. Mit der Kundgebung sollen die dort tagenden Regierungschefs der reichsten Industrieländer zu mehr Entwicklungshilfe gedrängt werden.

"The Long Walk To Justice"

Zu der Aktion unter dem Motto "The Long Walk To Justice" (Der lange Marsch zur Gerechtigkeit) hatte der britische Musiker und ehemaliger Sänger der Boomtown Rats, Bob Geldof, aufgerufen. Sie schließt sich an die Live-8-Konzerte an diesem Sonnabend (2. Juli) in acht internationalen Großstädten, darunter auch in Berlin, an.

Der 43 Jahre alte Campino kritisierte, dass deutsche Politiker bei der Vorbereitung auf das Ereignis zu wenig Flagge zeigten. "Während Tony Blair klar gesagt hat, dass er dahinter steht, hat sich Bundeskanzler Schröder überhaupt noch nicht dazu geäußert." In Deutschland werden nach Angaben der Veranstalter Sponsoren und Fahrgemeinschaften gesucht, um jungen Leuten die Reise nach Edinburgh günstig zu ermöglichen.

Deutsche sollen merken, "dass viele Länder ganz anders in der Krise stecken als wir"

"Ich bin mit dabei, weil mir die Idee der ganzen Aktion sehr am Herzen liegt, unter anderem die Handelsbeschränkungen abzubauen, die auf Kosten der ärmsten Länder gehen", meinte Campino. "Das ist für uns Deutsche zugleich eine Chance, über den eigenen Suppenteller hinaus zu gucken. Dann merken wir nämlich, dass viele Länder ganz anders in der Krise stecken als wir."

Die Toten Hosen zählen zu den Akteuren des Berliner Konzerts zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor. "Für mich war entscheidend, dass es sich nicht einfach um eine Wiederholung des Live-Aid-Konzerts vor 20 Jahren handelt", sagte Campino. "Diesmal ist es mehr eine kämpferische als eine Benefizveranstaltung. Es ist nach langer Zeit wieder das erste Mal, dass Hunderttausende gemeinsam für eine politische Idee eintreten." (APA/dpa)