Kinshasa - Friedenstruppen der Vereinten Nationen (UN) in der Demokratischen Republik Kongo gehen wegen anhaltender Übergriffe auf die Zivilbevölkerung verstärkt gegen Milizen in dem zentralafrikanischen Land vor.

Rund 200 UN-Soldaten hätten die Rebellen im Nordosten des zentralafrikanischen Landes mit Feuer-Unterstützung eines Kampfhubschraubers etwa 25 Kilometer südlich der Stadt Bunia in der Provinz Ituri verfolgt und eingekesselt, sagte ein Sprecher der UN-Friedenstruppen der Nachrichtenagentur Reuters. Nähere Angaben zum Verlauf der Operation machte er zunächst nicht.

Ituri, wo die Milizen während des fünfjährigen Bürgerkriegs fast 60.000 Zivilisten getötet haben, ist auch seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen 2003 eine Krisenregion geblieben. Das Gebiet wird weitgehend von den Milizen kontrolliert. Immer wieder kommt es dort zu Übergriffen auf die Zivilbevölkerung. Jüngst wurden neun UN-Soldaten getötet.

Im früheren Zaire sollen rund 16.000 UN-Soldaten den Frieden sichern. Nachdem ihnen lange Zeit vorgeworfen wurde, zu wenig gegen die Milizen zu unternehmen, haben sie sich in jüngster Zeit wiederholt Gefechte mit den Kämpfern geliefert. Dabei nahmen sie etliche Rebellen fest und beschlagnahmten zahlreiche Waffen. (APA/Reuters)