Jerusalem - Mit Menschenketten entlang wichtiger Verbindungsstraßen haben am Montag Zehntausende von Israelis gegen die geplante Räumung der jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen protestiert. Zu der landesweiten Kundgebung hatte der Yesha-Siedlerrat aufgerufen. Verkehrsstörungen wurden zunächst nicht gemeldet, zu deren Verhinderung wurden nach offiziellen Angaben mehrere tausend Polizisten eingesetzt.

In Jerusalem schwenkten die Demonstranten an der Straße, die zum Parlament führt, Banner mit Slogans wie "Stopp - denkt noch einmal nach" und "Orange wird gewinnen". Die Gegner des Gaza-Abzugs haben Orange zu ihrer Protestfarbe erkoren, zahlreiche Demonstranten trugen orangefarbene Hüte. Obwohl sich in Umfragen eine Mehrheit der israelischen Bevölkerung für die Abzugspläne der Regierung ausgesprochen hat, machte die Protestaktion erneut deutlich, dass bei der Räumung der Siedlungen ab Mitte August mit erheblichem Widerstand zu rechnen ist.

Zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Soldaten und Siedlern kam es am Sonntag bereits beim Abriss leer stehender Gebäude neben der jüdischen Siedlung Shirat Hayam im Gazastreifen. Abzugsgegner hatten dort einziehen wollen, um den Widerstand zu verstärken. In der Nacht zu Montag errichteten sie auf den Trümmern ein Zelt und besetzten ein unbewohntes palästinensisches Gebäude. Nach Angaben eines anwesenden Siedlers sollen in dem Gebiet drei Zeltstädte für mehrere tausend Abzugsgegner errichtet werden. (APA/AP)