Salzburg - Der Dachverband Salzburger Kulturstätten, der in der Stadt Salzburg 35 Kulturinitiativen vertritt, fordert mehr Geld. Fünf Prozent Inflationsabgeltung sowie plus fünf Prozent Subvention für alle Kulturinitiativen würden das Kulturbudget "nur" um 260.000 Euro belasten, so die Vertreter des Dachverbandes. Außerdem sei eine derartige finanzielle Anpassung im Kulturleitbild der Stadt festgeschrieben. "Wir wollen nur, dass sich die Stadt an ihre eigenen Beschlüsse hält."

Derzeit werden sämtliche 35 freie Kulturinitiativen in der Stadt mit 1,661.000 Euro subventioniert, der Dachband will diesen Budgetposten auf 1,827.000 aufstocken." Dachverbandssprecher Tomas Friedmann sagte, "es ist einfach nicht wahr, dass es kein Geld gibt, es ist eine Verteilungsfrage. Schließlich gibt es auch für das mit insgesamt rund zehn Mio. Euro subventionierte Salzburger Landestheater zusätzlich 400.000 Euro, warum sollte es da an 260.000 Euro für alle freien Kulturstätten scheitern? Ich halte es für unanständig, einer ambitionierten Kultureinrichtung zu erklären, es gäbe in Salzburg keine 2.000 Euro für irgendein Projekt ", argumentierte Friedmann und betonte, es sei nicht Aufgabe des Dachverbandes zu erklären, wem stattdessen Geld weg genommen werden soll. Schlimmstenfalls müsse halt das Kulturbudget als Ganzes erhöht werden. Wolfgang Hirner, Leiter der Radiofabrik und Mitglied im Dachverband, hingegen sagte, es müsse offen, auch in der Kulturszene selbst, darüber diskutiert werden, welche kulturellen Strukturen in Salzburg erneuert werden sollten.

Derzeit neu verhandelt werden die mittelfristigen Förderverträge für elf Initiativen. Durch diese Sonderverträge wissen die Vereine für je zwei bis drei Jahre im Voraus, wie viel Geld sie zu erwarten haben und können entsprechend planen. Außergewöhnlich aktive Institutionen wie etwa die ARGEkultur Salzburg, das SEAD oder das Jazzit haben derartige Verträge allerdings bisher nicht bekommen. Die zur Zeit von der Stadt finanziell am besten ausgestatteten freien Kulturvereine sind das Schauspielhaus Salzburg mit heuer 595.000 Euro, das Literaturhaus mit 300.000 Euro und die Szene mit 265.000 Euro.(APA)