Brüssel - Die Europäische Kommission hat die Übernahme des Telekommunikationsunternehmens Mannesmann durch die britische Vodafone Airtouch unter Auflagen genehmigt. Vodafone AirTouch baut damit seine Stellung als weltgrößter Mobilfunkanbieter weiter aus. Die Unternehmen müssen dazu aber die britische Mannesmann-Mobilfunktochter Orange verkaufen und Netze für Konkurrenten öffnen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Mannesmann ist in Österreich Mehrheitseigentümer des Festnetzanbieters und Mobilfunkkonzessionärs tele.ring. Die Kommission stellte Überschneidungen in Großbritannien und Belgien fest. Die Abtrennung von Orange werde sofort nach Genehmigung der Fusion durch die Kommission beginnen, hieß es in einer Erklärung der Behörde. Vodafone machte eine "Reihe gewichtiger Zusagen", die es anderen Mobilfunkanbietern ermöglichten, ihren Kunden europaweit so genannte nahtlose Dienste anzubieten. Dazu könnten die Konkurrenten das integrierte Netz von Vodafone/Mannesmann nutzen. "Diese Zusagen werden eine marktbeherrschende Stellung für solche Dienste verhindern", kommentierte die Kommission. Diese Dienste sind vor allem Angebote an Geschäftskunden. Die Auflagen der Kommission wurden auf drei Jahre begrenzt, da sich der Mobilfunkmarkt sehr schnell entwickle. Die EU-Wettbewerbsbehörde untersuchte den Fall drei Monate lang. Die Konzerne mussten ihr Vorhaben im März wegen zunächst fehlender Unterlagen neu anmelden. Die EU-Wettbewerbshüter verzichteten bei der Gigantenhochzeit auf eine vertiefte, bis zu vier Monate dauernde Prüfung - bei einer Fusion dieser Größenklasse ist das durchaus ungewöhnlich. Vodafone ist bereits allein der weltweit größte Mobilfunkanbieter. Der teuerste Firmenzusammenschluss aller Zeiten im Wert von knapp 400 Mrd. DM (205 Mrd. Euro/2.814 Mrd. S) war im Februar besiegelt worden. Damit hatte Mannesmann nach einem erbitterten, dreieinhalb Monate dauernden Abwehrkampf ein Übernahmeangebot des britischen Vodafone-Konzerns akzeptiert. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Aktionäre der Mannesmann AG (Düsseldorf) mit 49,5 Prozent an dem neuen Konzern beteiligt sein werden. Vodafone besitzt mittlerweile mehr als 98 Prozent der Aktien von Mannesmann. (APA/Reuters/dpa)