London - Der Versicherungskonzern Allianz hat die G-8-Staaten zu klareren Schritten zur Bekämpfung der globalen Erwärmung aufgefordert, damit sich die Unternehmen dieser Bedrohung besser stellen könnten. Um kalkulieren zu können, benötige auch die Finanzbranche langfristige Ziele zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen, forderte der Münchner Konzern am Dienstag in London, der dort gemeinsam mit der Naturschutzorganisation WWF eine Studie zum Klimawandel vorstellte.

Vorstandsthema

Die Allianz werde alle ihre Geschäfte künftig auf Risiken einer höheren CO2-Konzentration in der Atmosphäre hin durchleuchten. Die globale Erwärmung werde zum Vorstandsthema.

"Wir werden das Thema Klimawandel mit anderen großen Risiken ansprechen, die wir in unserem Unternehmen bewältigen müssen", sagte der Chef der Investmentsparte der Allianz, Joachim Faber. Der Versicherungs- und Bankkonzern werde dabei auch in Brüssel und Washington vorstellig werden.

Handeln

Allianz und WWF forderten die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten sieben Industriestaaten und Russlands, die sich von 6. bis 8. Juli in Gleneagles treffen, zum Handeln auf. "Die Temperaturen sind schon gestiegen. Und die Temperaturen werden weiter steigen", sagte der Großbritannien-Chef des WWF, Robert Napier.

Der Studie zufolge gefährdet die Erwärmung durch einen hohen Ausstoß von CO2 das Geschäft massiv. Langfristige, angemessene CO2-Abbauziel seien erforderlich, um Investitionsentscheidungen ausreichend sicher zu machen und den Kunden zusätzliche Chancen für Investitionen zu bieten. Als Blockierer von Maßnahmen gegen den Klimawandel gelten derzeit die USA. Faber sagte, er hoffe, dass Unternehmen und Wirtschaft die Regierung in Washington zu einer vernünftigeren Einstellung brächten.

Die Allianz selbst will ihre Investitionen in erneuerbare Energien mehr als verdoppeln. In diesem Jahr und den nächsten vier Jahren werde die Private-Equity-Sparte des Konzerns bis zu 500 Millionen Euro in erneuerbare Energien investieren, so Faber. Bisher habe sie dafür insgesamt 200 Millionen Euro ausgegeben. (APA/Reuters)