Zürich/Wien - Die UTA-Konzernmutter Swisscom gibt sich, was den angekündigten Börsegang ihrer Österreich-Tochter angeht, bedeckt. Es gebe derzeit keine konkreten Pläne, sondern lediglich "eine Option", sagte der Vorstands-Chef des Schweizer Telekom-Konzerns, Jens Alder, Donnerstag Nachmittag am Rand der Bilanzpressekonferenz in Zürich. Als größter alternativer Telekom-Anbieter Österreichs sei die UTA jedenfalls ein "Asset", das es zu pflegen und zu entwickeln gelte. Auf einen konkreten Zeitpunkt für den Börsegang wollte sich auch Dominik Koechlin, Swisscom-Vorstand für Strategie und internationale Beteiligungen, nicht festlegen. Wahrscheinlichster Börseplatz sei jedenfalls Wien: "Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass man eine österreichische Firma an die Börse bringt und dann nicht in Wien." Dass ein früher Börsegang der Telekom Austria den Markt übersättigen und damit das Going Public der UTA verzögern könnte befürchtet Koechlin nicht. Es gebe derzeit fünf bis sechs weitere Börsekandidaten unter Österreichs Telekom-Firmen, "ich glaube nicht, dass sich das ausschließt." Ebenfalls nicht entschieden ist laut Koechlin die Besetzung der im Zuge der laufenden Umstrukturierung geschaffenen Vorstandsposten für Technik und Finanzen. Keinesfalls werde die Swisscom einfach zwei Kandidaten entsenden. Diese Zeiten seien vorbei. Es werde eine Ausschreibung geben, kündigte Koechlin an, gab jedoch zu bedenken, dass der Arbeitsmarkt in Österreich derzeit "ausgetrocknet" sei. "Angucken" will sich Koechlin die UMTS-Lizenz in Österreich. Dabei gehe es nicht so sehr um den selbständigen Netzausbau, sondern um den Zugriff auf die Infrastruktur anderer Anbieter. Diese müssten durch die hohen Kosten für Lizenzvergabe und die Errichtung des UMTS-Netzes ohnehin an Drittbeteiligungen interessiert sein, glaubt Koechlin: "Wir müssen nicht selber die 20 Milliarden für die Lizenz ausgeben. Wenn das ein Bietwettbewerb wird, werden die Netze aufgehen. Das ist sonst nicht finanzierbar." (APA)