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Warten auf die Inskription.

FOTO: APA/ROLAND SCHLAGER
Wien - An den Inskriptionsschaltern der Medizin-Universität Wien (MUW) hat am Donnerstag der Endspurt um die letzten rund 300 Studienplätze begonnen. Vor allem deutsche Studienwerber warteten mittags auf die Öffnung der Studienabteilung am Nachmittag. An der MUW hielt man es für möglich, dass schon am Ende des Tages alle 1.560 Plätze nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" besetzt sind. Umgekehrt scharren die Juristen erst in den Startlöchern - die Universität hat schon zahlreiche Schreiben von Anwälten bekommen, die im Falle der Nicht-Zulassung von Mandanten mit rechtlichen Schritten drohen.

Verfassungsjuristen geben abgewiesenen Studienwerbern "sehr gute Erfolgschancen". "Die Rechtssituation ist chaotisch, das Auswahlverfahren nicht rational, sondern eine Ad-Hoc-Maßnahme", so der Verfassungsrechtler Theo Öhlinger. Eine schlüssige Argumentation für rechtliche Schritte wäre, dass deutsche Studienwerber durch das Zulassungsprozedere benachteiligt werden: "Das Verfahren funktioniert derzeit nach dem Zufallsprinzip: Wer sich vor dem Urteil des EuGH angemeldet hat, der wurde zugelassen, andere nicht." Auch die Zusendung der für die Inskription notwendigen Zahlscheine per Post bevorzuge Österreicher.

Die Hochschülerschaft (ÖH) wiederum hat ein "Notfallberatungspaket" für abgewiesene Studienwerber angekündigt. Die Rechtsexperten im ÖH-Beratungszentrum hätten "Tipps und Tricks auf Lager, damit jeder und jede am Ende des Tages das studieren kann, was er/sie will".

Als "völlig gesetzeskonform" bezeichnet dagegen die MUW ihre Zulassungspraxis. Man habe sich stets an die geltende Rechtslage gehalten. Rektor Wolfgang Schütz bedauerte die Verunsicherung betroffener Studienwerber, "bei denen hier falsche Erwartungen geweckt werden". Ein Einspruch würde "wenig Erfolgsaussichten haben und zudem kaum vor 2007 entschieden werden können". (APA)