Personalmanagement ist ein Thema, das in KMU selten als eigenständiger Führungsbereich wahrgenommen wird. Zum Teil liegt das daran, dass kleinere Betriebe nicht über die personellen Ressourcen verfügen, um eine Person mit der Betreuung dieser Agenden zu beauftragen. Andererseits wird der Personalbereich oft als Chefsache beurteilt – der oder die GeschäftsführerIn behält sich vor, Aufgaben wie Einstellung, Beförderung, Arbeitsbeurteilung oder Umstrukturierung selbst in die Hand zu nehmen.

Folgen der Vernachlässigung

Das ist so lange kein Problem, als dem Personalbereich auch die Aufmerksamkeit zugemessen wird, die er verdient. Wird er vernachlässigt, sind die Folgen gerade im KMU-Bereich oft fatal: Schwachstellen im Personalbereich können in kleineren Strukturen weitaus schwerer an anderen Hebeln kompensiert werden als in Großbetrieben.

KMU sind jedoch mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert, wenn es darum geht, qualifizierte Arbeitskräfte zu rekrutieren, da die Entgelte meist niedriger, die Aufstiegschancen beschränkter und das Prestige weniger vorteilhaft ist als in größeren Unternehmen.

Pluspunkte

Kleinere Betriebe haben dagegen auch einige Pluspunkte vorzuweisen, die sie bei der Suche nach attraktivem Personal betonen sollten. So sind die Kommunikationswege in KMU kürzer, die Kontakte bewegen sich auf einer informelleren Ebene – beides Faktoren, die die Arbeitszufriedenheit erhöhen dürften. Zudem ermöglicht die kleinere Betriebsgröße ein höheres Maß an Flexibilität. Die Beschäftigten haben somit mehr Möglichkeiten, eigene Ideen im Betrieb zu realisieren.

Resignation ist deshalb nicht angebracht. KleinunternehmerInnen sollten selbstbewusst am Markt auftreten, ihre Pluspunkte betonen und ihr Personal genau selektieren. Sie sollten aber auch acht geben, dass sich diese Pluspunkte auch realisieren - denn nichts schadet Kleinbetrieben mehr als eine hohe Fluktuation. (mas)