Die Telekom Austria -Mobilfunktochter Mobilkom Austria hält nach dem kürzlich finalisierten Kauf des bulgarischen Handynetzbetreibers Mobiltel Ausschau nach weiteren Übernahmekandidaten in Südosteuropa. In Bosnien sei die Mobilkom neben der Eronet auch an der zur Privatisierung anstehenden Telekom Srpske interessiert, bestätigte Mobilkom-Sprecherin Michaela Egger am Dienstag auf APA-Anfrage einen entsprechenden Bericht der slowenischen Nachrichtenagentur STA.

Südosteuropa

Die Mobilkom Austria-Gruppe, die in Österreich, Slowenien, Kroatien, Liechtenstein und Bulgarien tätig ist, hat es sich zum Ziel gesetzt, der führende Mobilfunkbetreiber in Südosteuropa zu werden. Eine Expansion ist auch in Serbien geplant, wo der Mobilfunkbetreiber Mobtel übernommen werden soll. In Slowenien will die Mobilkom-Tochter si.mobil indes weitere Marktanteile dazu gewinnen und die Kundenzahl steigern, bekräftigte Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic laut STA. si.mobil hatte Ende 2004 363.000 Kunden und einen Marktanteil von 23,3 Prozent.

Privatisierung

Die bosnische Serbenrepublik Republika Srpska will 80 Prozent der Telekom Srpske jüngsten Angaben zufolge noch heuer zur Privatisierung ausschreiben. 20 Prozent wurden bereits privatisiert, der Staat hält noch 65 Prozent, 10 Prozent gehören der Invaliditätsrenten-Versicherung und 5 Prozent dem Restitutionsfonds.

Die Ausschreibungsbedingungen seien derzeit noch nicht bekannt, ein Privatisierungsberater noch nicht bestimmt, hieß es heute bei der Mobilkom. Nach der Veröffentlichung der Ausschreibungsdetails werde man sich dann überlegen, ob man sich an der Privatisierung beteiligen werde.

Sitz in Banja Luka

Das Unternehmen mit Sitz in Banja Luka ist mit 2.400 Mitarbeitern im Festnetz-, Internet- und Mobilfunkbereich tätig. 2004 erzielte die Telekom Srpske einen Umsatz von 333,8 Mio. Konvertiblen Mark (171 Mio. Euro) und einen Nettogewinn von 84,9 Mio. KM (43,4 Mio. Euro). Die Mobilna Srpske, eine 100-Prozent-Tochter der Telekom Srpske, hatte in dem 4,1 Mio. Einwohner-Staat Bosnien-Herzegowina zuletzt einen Marktanteil von 33 Prozent. 52 Prozent entfielen auf die BH Telecom, 15 Prozent auf Eronet.(APA)