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Foto: APA/Pfarrhofer
"Keine chaotische Situation" kann der Vorsitzende der Rektorenkonferenz (ÖRK), Christoph Badelt, an den Universitäten erkennen. Derzeit hätten gerade vier von 21 Universitäten ihre Inskriptionsschalter geöffnet, außer an der Medizin-Universität Wien (MUW) verlaufe alles in ganz normalen Bahnen, so Badelt bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer erneuerte unterdessen den Vorschlag seines Wissenschaftssprechers Josef Broukal, dass das jeweilige Heimatland die Studienkosten für Studenten in einem anderen EU-Staat übernehmen solle.

Im Sinne eines europaweiten finanziellen Lastenausgleichs für erstrebenswert hält der Rektorenchef das von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) ins Spiel gebrachte Herkunftslandsprinzip, wonach nur jene Personen in einem anderen EU-Land studieren dürfen, die auch den Zugang in ihrer Heimat schaffen. Ob die Durchsetzung eines solchen Vorschlags auch realistisch sei, könne er allerdings nicht beurteilen, so Badelt. Das Problem sei, dass sich damit ein Land gegenüber 24 anderen Staaten durchsetzen müsse. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass mit der aktuellen Entwicklung "die EU in Österreich wieder ein wenig unpopulärer geworden ist".

Den wirklichen Andrang ausländischer Studenten kenne man derzeit nur in der Medizin, meinte Badelt. Dieser sei von den Rektoren auch erwartet worden - "ohne jetzt auf 1.000 genau zu schätzen". Durch das Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" habe die Medizin-Uni Wien den Zustrom auch in geordnete Bahnen gelenkt. In den anderen Studienrichtungen, wo die Inskriptionsfristen zum Teil erst beginnen, werde dieser "nicht wie ein Gewitterregen kommen, sondern langsam anschwellen". Die Unis würden sich derzeit darauf vorbereiten, die meisten mit Studieneingangsphasen eine Studentenauswahlen erst nach ein oder zwei Semestern treffen.

Gusenbauer trat in den "Vorarlberger Nachrichten" (Freitag-Ausgabe) für eine Änderung der Finanzierung des Hochschulsystems auf EU-Ebene ein: Jeder solle studieren können, wo er will, sein Heimatland müsse aber dafür aufkommen. Damit müsste etwa Deutschland für jene Numerus-Clausus-Flüchtlinge, die nach Österreich kommen, die Kosten übernehmen. Diese Regelung hatte Broukal bereits im Vorfeld des Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vorgeschlagen. Broukal selbst zeigte sich am Freitag in einer Aussendung enttäuscht, dass im Bundesrat am Mittwoch der SPÖ-Antrag für ein 170-Millionen-Euro-Sofortprogramm für die Universitäten abgelehnt wurde. (APA)