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Foto: APA/Artinger
Nun gibt es also bald Frühstücksfernsehen in Österreich. Puls TV macht es schon recht ordentlich vor, versorgt uns Morgen für Morgen mit Stauinserts, Presseschau und chronikalen Neuigkeiten aus der Stadt. Sonst ist in der Früh im Moment ja eher wenig los: Seit ATV+ sich hochmütig von Richterin Amy getrennt hat, die Wolken im Wetterpanorama über Annaberg und Ötscherland tief und tiefer hängen, kann es schon passieren, dass man beim morgendlichen Zappen recht barsch in den Tag gestoßen wird.

Tuning TV auf DSF zum Beispiel: Junge Menschen überbieten einander beim sinnlosen Gestalten von Freizeit, indem sie ihre Autos aufmotzen. Dazwischen ein - zwar nicht ganz aktueller, dafür umso prickelnderer - Bericht über das "megageile" GTI-Treffen am Wörther See. Markus etwa reist eigens aus Deutschland an, fährt zwar keinen Golf, sondern Audi, dafür zählt die Musikanlage im Auto satte 4000 Watt. "Ich mag meine Brüste auch", schreit es von den T-Shirts der Mädels.

Sat.1 verschreibt sich einstweilen der Wissenschaft: Frauen mit großen Brüsten seien gefährdeter, an Brustkrebs zu erkranken. Einladende Bilder veranschaulichen, was man unter einem wirklich großen, natürlich nackten Busen zu verstehen hat.

Allerschlimmstes Frühstücksfernsehen bieten die Bayern: Dort verrenkt sich eine dralle Schönheit beim Tele-Gym unter freiem Himmel.

Bedarf an Frühstücksfernsehen ist somit vorhanden. Zu wünschen wäre freilich, dass Beiträge wie die eben beschriebenen eher nicht zum Zuge kämen. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 26.7.2005)