Jerusalem - Die israelische Polizei hat sich für eine Anklage gegen den stellvertretenden Ministerpräsidenten Jitzak Mordechai ausgesprochen, dem sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen vorgeworfen wird. Nach einer umfassenden Untersuchung und der Befragung mehrerer Dutzend Zeugen hätten sich auf den ersten Blick tatsächlich Hinweise auf Beweise für die Beschuldigungen ergeben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Mordechai, der auch Verkehrsminister ist, wies die Vorwürfe erneut zurück. Eine 23-jährige Mitarbeiterin Mordechais hatte angegeben, Mordechai habe sie sexuell belästigt. Nachdem die Polizei die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen hatte, wurde Mordechai noch von zwei weiteren Frauen beschuldigt. Empfehlungen der israelischen Polizei sind zwar nicht bindend, wurden von der Justiz jedoch bisher ausnahmslos befolgt. Finanz-Affären Auch der israelische Ministerpräsident Ehud Barak sowie sein Vorgänger Benjamin Netanjahu und Präsident Ezer Weizman sind in Affären verwickelt. Ende Januar hatte die Polizei wegen des Verdachts illegaler Parteispenden Ermittlungen gegen Baraks Allianz "Ein Israel" aufgenommen. Die Allianz soll im Wahlkampf 1999 über gemeinnützige Organisationen illegal Geld erhalten haben. Weizman wird vorgeworfen, er habe in seiner Zeit als Abgeordneter von 1988 bis 1993 mindestens 200.000 Dollar von einem französischen Geschäftsmann erhalten und nicht ordnungsgemäß deklariert. Netanjahu soll offizielle Geschenke nicht an denn Staat weitergeleitet haben und in eine Bestechungsaffäre verwickelt sein. (Reuters)