Der US-Softwarekonzern und SAP-Konkurrent Siebel Systems ist im zweiten Quartal wegen gesunkener Lizenz-Einnahmen in die Verlustzone gerutscht. Zugleich prognostizierte das Unternehmen für das laufende dritte Quartal Umsätze unter den Markterwartungen. Siebel-Aktien sanken im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent.

Verzögerungen

Als Grund für die Entwicklung nannte das im kalifornischen San Mateo ansässige Unternehmen Verzögerungen bei einigen großen Aufträgen von der Regierung. Auch hätten Restrukturierungskosten und andere Sonderbelastungen in Höhe von insgesamt 74,1 Millionen Dollar (61,8 Mio. Euro) zu Buche geschlagen.

Verlust

In den abgelaufenen drei Monaten sei ein Netto-Verlust von 50 Millionen Dollar oder zehn Cent je Aktie entstanden nach einem Netto-Gewinn von 7,5 Millionen Dollar oder einem Cent je Aktie im Vorjahr, teilte Siebel mit. Der Umsatz des Herstellers von Vertriebs- und Kundenmanagement-Software (CRM) stieg zwar auf 313,6 Millionen Dollar von 301,1 Millionen Dollar im Vorjahr. Die als wichtiger Indikator für die künftige Erlöse-Entwicklung geltenden Software-Lizenzeinnahmen sanken allerdings auf 78,3 Millionen Dollar von 94,8 Millionen Dollar.

Keine Überraschung

Die präsentierten Zahlen entsprachen weitgehend der in diesem Monat vom Unternehmen reduzierten Prognosen. Analysten zeigten sich daher wenig überrascht von den Zahlen. Ihrer Einschätzung nach dürfte es für Siebel Systems indes schwierig werden, die bislang nicht erzielten Umsätze in der zweiten Jahreshälfte aufzuholen. Ein Analyst merkte positiv an, dass das Unternehmen neue Leute in wichtigen Positionen eingestellt habe, die sich um eine Geschäftsbelebung bemühten.

Vor Sonder- und Restrukturierungskosten erreichte Siebel im abgelaufenen Quartal den Angaben nach die Gewinnschwelle. Analysten hatten hier mit zwei Cent je Aktie Gewinn gerechnet; zudem hatten sie Umsätze in Höhe von 312,9 Millionen Dollar erwartet.

Prognose

Für das laufende dritte Quartal prognostizierte das Ende der 1990er Jahre zu den Top-Vertretern des Silicon Valley zählende Unternehmen Umsätze zwischen 305 Millionen und 315 Millionen Dollar. Der Gewinn werde vor Restrukturierungskosten bei zwei bis drei Cent je Aktie liegen. Analysten hatten zuletzt im Schnitt mit Umsätzen von 317,5 Millionen Dollar gerechnet und mit einem Gewinn von drei Cent je Aktie.

Wettbewerb

In den vergangenen Jahren hat Siebel Systems den zunehmenden Wettbewerb in der Branche deutlich zu spüren bekommen. Sowohl traditionelle Software-Hersteller wie Oracle und SAP als auch neue Unternehmen wie Salesforce.com oder RightNow Technologies setzten Siebel mehr und mehr unter Druck.

Siebel-Aktien sanken im nachbörslichen Handel auf 8,21 Dollar von 8,48 Dollar zum offiziellen Handelsschluss. (APA/Reuters)