Wien - Die staatliche ÖIAG, mit 39,7 Prozent größter Aktionär der Austrian Airlines (AUA), sieht keine Notwendigkeit, für den mit Verlusten kämpfenden österreichischen Luftfahrt-Konzern einen Partner an Bord zu holen. "Das ist derzeit kein Thema", sagte ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch, der im AUA-Aufsichtsrat im Chefsessel sitzt, dem Nachrichtenmagazin "News".

Er, Wieltsch, sei optimistisch, dass es gelingt, im nächsten Jahr wieder ein ordentliches Ergebnis einzufliegen. Für heuer erwartet die AUA rote Zahlen, im ersten Halbjahr 2005 hat sich der Vorsteuerverlust auf 106,6 Mio. Euro fast vervierfacht.

Vorstandschef Vagn Sörensen ist - wie er "News" sagte - "überzeugt, dass die AUA die Chance hat, eigenständig zu bleiben." Öffentliche Zuschüsse kommen für ihn nicht in Frage. "Das ist verboten, und wir wollen das auch gar nicht", zitiert das Magazin den AUA-Boss in seiner morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe.

Stabiles Umfeld verlangt Erst gestern hatte der AUA-Vorstand betont, von der Politik keine Airline-Subventionen zu wollen, aber ein stabiles Konkurrenz-Umfeld verlangt. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hatte sich zuvor vom Wunsch Sörensens distanziert, die Politik möge beim Abbau der Kosten und Defizite helfen. Österreich sei kein Scheichtum, "das den Ölpreis diktieren kann". Schüssel erklärte jedoch, man versuche stabile Rahmenbedingungen zu schaffen und etwa anstehende Investitionen am Flughafen so rasch wie möglich zu verwirklichen.

Im Zusammenhang mit der Gebühren-Diskussion mit dem Flughafen Wien kann sich Sörensen offenbar vorstellen, nicht in das Bieterverfahren um den Flughafen Bratislava einzusteigen, wenn es zu einer Einigung kommt: "Wir sind nach wie vor interessiert. Klar ist aber, dass im Zuge unserer Verhandlungen mit dem Flughafen Wien auch das Thema Bratislava diskutiert wird." (APA)