Wien - Die Grünen haben am Montag das "Absacken der Frauenpension" als Folge der falschen Arbeitsmarktpolitik kritisiert. Die stellvertretende Klubobfrau Madeleine Petrovic forderte eine echte Gleichstellung. Die steigende Zahl der pensionsberechtigten Frauen bei gleichzeitigem Absacken der durchschnittlichen Pensionshöhe sei ein "Vorgeschmack auf die jetzt von der blau-schwarzen Regierung in großem Stil zu erwartenden Änderungen", so Petrovic. Doch schon unter der rot-schwarzen Regierung sei die Tendenz dahin gegangen, dass es nicht um echte Gleichstellung gehe, sondern bloß um "Taschengelder für die Frauen mit ihren Doppel- und Dreifachbelastungen". Angesichts der vorliegenden Zahlen könne nur einmal mehr betont werden, daß "die Umsetzung des Frauenvolksbegehrens ein dringendes Gebot der Stunde ist", so die grüne Frauensprecherin. Frauen erhalten niedrigere Pensionen Die monatliche Durchschnittspension betrug 1998 bei den Neuzugängen der Männer 15.377 Schilling brutto, bei den Frauen nur 9.631 Schilling. Die Schere bei der Höhe der durchschnittlichen Neuzugangspensionen von Frauen und Männern hat sich demnach 1997 und 1998 im Gegensatz zu den Jahren davor wieder vergrößert. War von 1990 bis 1996 der Anteil der Frauenpensionen von 53,9 auf 68,1 Prozent an den Männerpensionen gestiegen, folgte im Jahr darauf ein Rückgang auf 64,6 Prozent und 1998 sogar auf 62,6 Prozent, geht aus den jüngsten Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hervor. Die Zahlen von 1999 liegen noch nicht vor. Mit ein Grund für diese Entwicklung ist nach Angaben des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger aber auch die Tatsache, dass mit der Pensionsreform 1997 und damit verbunden einer eigenen Beitragsgrundlage für die Kindererziehungszeiten die Zugangsbestimmungen für die Pension bei Frauen erleichtert wurden. Immer mehr Frauen haben damit zwar Anspruch auf eine Pension, diese ist aber in der Höhe eher gering, womit auch der Durchschnittswert gedrückt wird. Die unterschiedliche Pensionshöhe von Frau und Mann ist auch ein Spiegelbild der Arbeitstätigkeit der letzten 30 bis 40 Jahre. (APA)