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Sommerpause

foto: apa/schlager
Wien - Wien wählt voraussichtlich am 23. Oktober, zu bemerken ist davon aber noch wenig. Kaum eine der fünf Gemeinderatsfraktionen SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und BZÖ will vor dem September große Aktivitäten starten. Stattdessen wird an Strategien gefeilt und an Wahlkampf-Zentralen gebastelt, war auf APA-Anfrage zu erfahren. Ab Mitte August wird dann kaum ein Parteimitarbeiter mehr auf Urlaub sein.

Toskana, Kärnten, Griechenland

Zuvor lassen sich die Spitzenrepräsentanten für die Gemeinderats- bzw. Landtagswahl noch die Sonne auf den Bauch scheinen. Michael Häupl, Bürgermeister und SP-Spitzenkandidat, urlaubt wie üblich in der Toskana, und auch Johannes Hahn (V) und Heinz-Christian Strache (F) zieht es zumindest tageweise nach Italien. Günther Barnet (B) fährt für eine Woche nach Kärnten und plant Fallschirmsprünge, und Maria Vassilakou von den Grünen weilt in Griechenland.

Kein Container

Ihre Wahlkampf-Auftaktveranstaltungen planen die Parteien alle nach Schulbeginn, die exakten Termine stehen außer bei den Grünen (22. September) noch nicht fest. Ende August bezieht die SPÖ ihre Wahlkampfzentrale in der Teinfaltstraße in der Inneren Stadt, gleich neben dem Parteiquartier in der Löwelstraße. Ein Containerdorf wie vor der letzten Nationalratswahl ist diesmal nicht geplant. Die ÖVP übersiedelt am 17. September in ihr neues Hauptquartier an den Rathausplatz 9, der Wahlkampf wird aber weiter von der Falkestraße aus geführt.

Fairness

Für die Sozialdemokraten ist das sommerliche Stillschweigen in Sachen Wahlwerbung eine Frage der Fairness, betonte Sprecherin Gerlinde Dobusch. Man halte sich an das entsprechende Übereinkommen, auch wenn es letztlich an der ÖVP gescheitert sei. Intern werde an der Kampagne natürlich sehr wohl gearbeitet, und auch die Kandidatenlisten werden nun erstellt.

Keine Pause

Bei der ÖVP hält man diese SPÖ-Äußerungen für einen Hohn. "Der Wahlkampf ist voll im Gange, nämlich auf der PR-Ebene der Stadtregierung", meinte Sprecherin Martha Brinek. Ihre Partei konzentriert sich im Sommer vor allem auf die Arbeit in Bezirken und auf Grätzel-Aktionen. "Wir arbeiten kontinuierlich, weil diese Stadt kann keine Sommerpause vertragen", betonte sie.

Wählersuche

Die FPÖ sucht laut Landesparteisekretär Harald Vilimsky im Sommer den Kontakt zu den Wählern. Vom Start des Intensivwahlkampfes kann man seiner Ansicht nach erst dann reden, wenn Häupl endlich den Wahltermin fixiert. Klar sei jedenfalls, das Parteichef Strache bei der Wien-Wahl Spitzenkandidat sein werde.

Roller

Das BZÖ sieht sich laut Landesobmann Günther Barnet bereits voll im Wahlkampf, will aber im September noch einen Zahn zulegen. Derzeit werden die angekündigten Wahlkampf-Vespas bereit gemacht, Barnet hat einen der Roller bereits ausprobiert. Geplant sind auch Aktionen vor den Sommerbädern der Stadt, bloß einen Spitzenkandidaten hat das BZÖ immer noch nicht. (APA)