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Saddam Hussein vor Gericht.

Foto: AP

Bagdad – Die Anwälte des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein haben wegen eines angeblich handgreiflichen Angriffs auf ihren Mandanten vor Gericht mit dem Boykott des Verfahrens gedroht. Anwalt Khalil Dulaimi zufolge soll ein stellvertretender Ermittlungsrichter bei einer Anhörung Saddams am Donnerstag am Arm gepackt und versucht haben, ihn anzugreifen.

US-Soldaten, die Saddam bewachten, und das Gericht bestritten allerdings, dass es zu einem solchen Angriff gekommen ist. "Als Saddams Anwalt und im Namen des gesamten Verteidigungsteams kündigen wir den Boykott des Irakischen Sondergerichts an, bis es eine Entschuldigung für den Vorfall gibt."

Korruption

Der Angreifer müsse vor Gericht gestellt werden, forderte Dulaimi am Dienstag in einem Interview von Reuters TV. Dulaimi war als einziger Verteidiger Saddams bei der Anhörung anwesend.

Das irakische Innenministerium untersucht unterdessen 440 Fälle von mutmaßlicher Korruption in Justizfällen. Wie die irakische Zeitung "Al Mashrik" am Dienstag berichtete, hätten viele Angeklagte große Summen bezahlt, um Zeugenaussagen zu manipulieren oder um nicht als "Aufständische" klassifiziert zu werden. Außerdem würden Fälle untersucht, in denen Sicherheitspersonal angeblich durch Gewaltanwendung Geständnisse erpresst haben soll. (APA/Reuters/dpa)