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In Österreich greift rund ein Drittel der Erwachsenen zum Glimmstengel.

Foto: APA/EPA/BARBARA WALTON
Wien - Leidtragende eines generellen Rauchverbotes in Lokalen sind die Betreiber. Während in irischen Pubs sowohl Umsätze als auch die Zahl der Beschäftigten sinken, zeigen sich die Zigarettenhersteller selbst vom Anti-Tabak-Gesetz wenig beeindruckt.

"Erhebungen zeigten, dass die Umsätze in Pubs seit dem Rauchverbot in Irland um 16 Prozent zurückgingen und die Zahl der Beschäftigten in Lokalen um 14 Prozent gesunken ist", berichtete der Vorstand der Austria Tabak-Geschäftsführung, Stefan Fitz, im Gespräch mit der APA. Er fügte hinzu: "Das Verhalten der Menschen hat sich geändert. Die Leute bleiben zu Hause und laden Freunde zu sich ein."

Oder es werde vor dem Pub geraucht. Aufgestellte Wärmelampen vor den Lokalen zeugen von Flexibilität - oder von Sucht. "Die Zahl der Raucher seit In-Kraft-Treten des Gesetzes blieb unseres Wissens gleich, der Konsum hat sich nur um ein bis zwei Zigaretten pro Tag reduziert", so Fitz. Einfluss auf die Bilanzen der Produzenten habe dies nicht, denn die Umsätze sind schwierig zu vergleichen, da im gleichen Zeitraum auch die Steuern angehoben wurden.

Italien vermeldet Rückgang

Aus Italien, wo das Rauchen seit dem 10. Jänner in allen der Öffentlichkeit zugänglichen Räumlichkeiten verboten ist, werden andere Zahlen gemeldet. Dem italienischen Gesundheitsministerium zufolge hat seit Jahresbeginn eine halbe Million Italiener das Laster aufgegeben. Der Händlerverband Assotabbacai Confesercenti klagte im Juni zudem, dass der Zigarettenverkauf in dem Zeitraum um 23 Prozent zurückgegangen sei. Einer Umfrage zufolge befürworten übrigens 83 Prozent der Italiener, davon raucht etwa ein Viertel, das Gesetz.

Kompromiss in Österreich

"Verbote halte ich nicht für zielführend, immerhin greift ein Drittel der erwachsenen Österreicher regelmäßig zur Zigarette. Wir sind für Toleranz und begrüßen Vereinbarungen, wie sie in Österreich getroffen wurden", sagte der Vorstand der Austria Tabak-Geschäftsführung. In Österreich wurde der Kompromiss gefunden, dass bis zum Jahresende 2006 neunzig Prozent der Gastronomiestätten mit einer Nichtraucherfläche ausgestattet sein müssen. Für alle Speiselokale ab einer Größe von 75 Quadratmetern gilt dann, dass vierzig Prozent davon als Zone für Nichtraucher einzurichten ist. Die unübersehbaren Warnhinweise auf den "Tschickpackerln" dürften laut Fitz keinen Raucher beeinflussen: "Die Warnhinweise befinden sich ja schon länger auf den Packungen. Sie wurden mit der Zeit nur größer." (APA)