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Foto: APA/Techt

Rubens hat eigentlich auch viele üppige Nackte gemalt. Schade, dass die Rubens-Ausstellungen des Kunsthistorischen und des Museum Liechtenstein schon gelaufen sind. Da hätte man doch unter dem Titel "Eintritt frei für üppige Nackte oder Menschen im Badekostüm" eine Supermarketingaktion aufziehen können!

So wie jetzt das Museum Leopold angesichts seiner Ausstellung "Die nackte Wahrheit" mit entsprechenden Bildern von Klimt, Schiele, Kokoschka usw. Bei der Eröffnung sollen es immerhin 50 Menschen gewesen sein, die sich im Museumsquartier auszogen und dafür Gratiseintritt, Gratiskatalog und Badeschlapfen (als Dauerleihgabe?) erhielten. Da war doch irgendwas? Richtig, vor ein paar Jahren gab es so eine Aktion ("Wer nackt kommt, kriegt gratis was zum Anziehen") bei einem in Schwierigkeiten geratenen Kleiderhaus. Hat auch nicht viel geholfen. Wenn nun Sammlungen glauben, erstens eine Ausstellung mit Aktbildern von Klassikern der Moderne machen und sie zweitens mit einer "echtes Fleisch zu gemaltem Fleisch"-Aktion stützen zu müssen, liegen gewisse Schlüsse nah. Und die Frage stellt sich, ob man dafür eigens ein Museum(squartier) bauen musste. (DER STANDARD, Printausgabe, 01.08.2005)