Beirut/Damaskus - Syrien hat die Normalisierung der Beziehungen zur neuen libanesischen Regierung eingeleitet. Nach dem Besuch des libanesischen Ministerpräsidenten Fouad Siniora in Damaskus am Wochenende hat Syrien, das seine Truppen Ende April nach 29 Jahren aus dem Libanon abgezogen hatte, die mehrwöchige Blockade des Güterverkehrs über die gemeinsame Grenze aufgehoben. Darüber wurde Siniora am Montag von seinem syrischen Amtskollegen Mohammed Naji Otri telefonisch in Kenntnis gesetzt, wie die libanesische Nachrichtenagentur ANI meldete.

Innerhalb von wenigen Stunden konnten bereits 170 Lkw die Grenze passieren, wie der Chef der libanesischen Transportarbeitergewerkschaft, Moussa Abou Ajoui, am Dienstag in Beirut mitteilte. Am Sonntagabend hatten die beiden Regierungen ein gemeinsames Kommuniqué veröffentlicht. Darin hieß es, die syrische Seite wolle "die bestmöglichen Beziehungen zum Libanon entwickeln auf der Basis der Unabhängigkeit und Souveränität eines jeden der beiden Länder". Wie Siniora betonte, sagte die syrische Regierung eine Lockerung der Grenzkontrollen zu.

Syrien hatte von der neuen libanesischen Regierung eine offizielle Entschuldigung für Verdächtigungen gefordert, wonach syrische Geheimdienste hinter der Ermordung von Ex-Premier Rafik Hariri am 14. Februar in Beirut stecken würden. Nach Angaben der syrischen Regierung wurden 37 Syrer im Libanon bei antisyrischen Ausschreitungen in den Wochen nach dem Hariri-Mord getötet, 280 syrische Arbeiter seien verletzt worden. (APA/AP)