Brüssel - Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote in der EU lag im Juni 2005 wie schon im Vormonat Mai bei 8,8 Prozent, geht aus den am Dienstag vom EU-Statistikamt Eurostat veröffentlichten Zahlen hervor. Im Juni 2004 hatte sie 9,0 Prozent betragen. In der Eurozone blieb die Arbeitslosenquote zum Vormonat stabil mit 8,7 Prozent (Juni 2004: 8,9 Prozent). Österreichs Arbeitslosenquote sprang wie berichtet durch Änderungen der Berechnung im Juni auf 5,1 Prozent nachdem sie im Mai ursprünglich noch mit 4,6 Prozent ausgewiesen worden war.

Die Methode zur Berechnung der monatlichen Arbeitslosenquote sei ab 2004 aktualisiert worden, heißt es dazu in der Eurostat-Mitteilung. Daher und weil die österreichische Arbeitskräfteerhebung selbst (Methoden und Periodizität) ab 2004 überarbeitet worden sei, seien die österreichischen monatlichen Arbeitslosenquoten 2004 und 2005 um 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte nach oben korrigiert worden. Durch diese Revision weist Eurostat für Österreich im Mai 2005 einen Wert von 5,1 Prozent aus, für Juni 2004 4,9 Prozent.

Österreich zurückgefallen

Österreich wird zwar gemeinsam mit Irland (4,3 Prozent), Großbritannien (4,7 Prozent im April), Dänemark (4,8 Prozent) und den Niederlanden (4,8 Prozent) als eines der Länder mit der niedrigsten Arbeitslosenquote angeführt, fiel aber durch die neue Berechnungsmethode zurück. Im Juni 2004 hatte Österreich gemeinsam mit Luxemburg noch den Spitzenplatz inne.

Die höchsten Arbeitslosenquoten wiesen im Juni 2005 Polen (17,6 Prozent), die Slowakei (15,4 Prozent), Griechenland (9,9 Prozent im März), Spanien (9,8 Prozent), Frankreich (9,7 Prozent) und Deutschland (9,5 Prozent) aus.

Überwiegend Rückgang

Fünfzehn EU-Mitgliedstaaten verzeichneten im Jahresabstand einen Rückgang der Arbeitslosenquote, in drei Staaten blieb die Quote gleich, und in sieben stieg sie an. Der stärkste relative Rückgang wurde in Litauen (von 11,2 Prozent im Mai 2004 auf 8,1 Prozent im Mai 2005), Estland (von 9,4 Prozent auf 7,8 Prozent), in der Slowakei (von 18,4 Prozent auf 15,4 Prozent), Spanien (von 11,1 Prozent auf 9,8 Prozent) und Dänemark (von 5,4 Prozent auf 4,8 Prozent) beobachtet. Den relativ stärksten Anstieg gab es in Luxemburg und Zypern (jeweils von 4,8 Prozent auf 5,4 Prozent), Ungarn (von 5,8 Prozent auf 6,3 Prozent) und Portugal (von 6,7 Prozent auf 7,1 Prozent).

Hohe Jugendarbeitslosigkeit

Bei den unter 25-Jährigen blieb die Arbeitslosenquote im Juni 2005 mit 18,4 Prozent in der gesamten EU und 17,9 Prozent in der Eurozone weiter enorm hoch. Die niedrigsten Quoten verzeichnen hier Dänemark (7,0 Prozent), Irland (8,0 Prozent) und die Niederlanden (8,4 Prozent), die höchsten Polen (35,6 Prozent), die Slowakei (25,7 Prozent) und Griechenland (25,0 Prozent im März).

Insgesamt schätzt Eurostat, dass im Juni 2005 in der Eurozone 12,7 Millionen und in der gesamten EU insgesamt 19 Millionen Männer und Frauen arbeitslos waren. (APA)